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Hamburg Junge Forscher brauchen mehr Labore
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00:18 18.08.2013
Von Paul Wagner
 Sie waren 2008 die letzten Bundessieger aus Schleswig-Holstein (v.l.): Andreas Decker, Jessica Fintzen und Malte Lackmann. Quelle: hfr
Kiel

Sie gehören später zu den Spitzenforschern und bringen Unternehmen in den Bereichen Mathematik, Physik und Chemie nach vorn. Junge Talente, die sich am bundesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ beteiligen, stellen mit Spaß, Ideen und Engagement die Weichen für ihre berufliche Zukunft. Neun von zehn ehemaligen Teilnehmern bleiben ihren Fächern treu, heißt es bei der Stiftung Jugend forscht. In Schleswig-Holstein hinken die Nachwuchstalente dem Rest der Republik hinterher. Zumindest wenn man auf die Gesamtstatistik der Bundessiege seit dem Jahr 2000 blickt. Während Bayern (24 Siege), Baden-Württemberg (16) und Nordrhein-Westfalen (16) die Tabelle anführen, landet Schleswig-Holstein mit einem Sieg abgeschlagen auf dem letzten Platz. Selbst kleine Länder wie das Saarland (3 Siege) oder Bremen (4) haben besser abgeschnitten.

 Dafür gebe es mehrere Gründe, sagt Bettina Hampel-Wollweber. Sie leitet die „Jugend forscht“-Landeswettbewerbe und macht zum Beispiel den Leistungsdruck an den Schulen für die Ergebnisse verantwortlich. Vielen Schülern werde durch die steigenden Belastungen an den Schulen kaum noch Raum für Freizeitaktivitäten gegeben. Dies betreffe auch die engagierten Lehrer. „Eine Reform jagt die nächste. Auch uns bleibt kaum noch Freiraum, in dem wir uns um Aktivitäten wie ,Jugend forscht’ kümmern können“, sagt die Lehrerin.

 Auch sei das Engagement von Unternehmen in anderen Bundesländern in der Vergangenheit deutlich größer gewesen, sagt Hampel-Wollweber. So stellten viele Großkonzerne im Süden der Republik Labore bereit, um die Schüler bei ihren Arbeiten zu unterstützen. In diesem Bereich habe der Norden noch Nachholbedarf. „Da muss man in Schleswig-Holstein schon einen langen Atem haben.“ Erst vor kurzem war Eon Hanse aus dem Projekt ausgestiegen.

 Aber: Mittlerweile haben Wirtschaft und Politik erkannt, welche Potenziale in dem Wettbewerb liegen. Nachdem 2011 mit finanzieller Unterstützung der Industrie- und Handelskammer zum ersten Mal ein Bundeswettbewerb in Kiel ausgerichtet wurde, haben sich die Bedingungen für die Schüler verbessert. So entstand in der Landeshauptstadt ein Schülerforschungszentrum. Ministerpräsident Torsten Albig sagte jetzt zu, dass das Land „Jugend forscht“ weiter mit Geld und Personal unterstützen werde.

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