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Hamburg „Siderfly“ nach Brunsbüttel geschleppt
Nachrichten Hamburg „Siderfly“ nach Brunsbüttel geschleppt
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22:19 06.11.2013
Der am vergangenen Montag nach einer Kollision im Nord-Ostseekanal havarierte Frachter "Siderfly" soll im Hafen von Brunsbüttel repariert werden. Quelle: dpa
Brunsbüttel

Die Bergung des im Nord-Ostsee-Kanal leckgeschlagenen Düngemittelfrachters «Siderfly» ist geschafft. Neun Tage nach der Kollision wurde der Unglücksort nahe der Brunsbütteler Hochbrücke geräumt. Zwei Schlepper zogen den 100 Meter langen Havaristen am Mittwoch zum Brunsbütteler Hafen. Während der Passage wurde mit vier Lenzpumpen weiter Wasser aus der «Siderfly» gepumpt. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, wie ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven am Abend sagte. Der Frachter soll in Brunsbüttel repariert werden.

Das Leck ist entgegen ersten Befürchtungen nicht so schlimm: Hinter dem rund 2 mal 7 Meter großen Loch in der Außenwand entdeckten die Bergungsexperten in der Wand des Laderaums nur einen wenige Zentimeter breiten Riss, sagte Michael Friedrich vom Havariekommando.

   Damit das leer gepumpte Schiff beim Schleppen nicht wie ein Korken im Kanal hin und her schaukelte, musste es zunächst durch Umpumpen von Wasser in den Ballasttanks in eine stabile Lage gebracht werden. Eine zeitraubende Arbeit, wie Friedrich erklärte. Da die Bordpumpen der «Siderfly» nicht mehr funktionierten, mussten die Bergungsspezialisten eigene Pumpen einsetzen. Diese wurden je nach Veränderung der Schiffslage immer wieder neu in andere Positionen gebracht. Dazu kamen Verzögerungen, weil immer wieder große Folienteile angesaugt wurden, die ursprünglich zum Schutz der Ladung dienten, sagte Friedrich. Nach dem Festmachen in Brunsbüttel sollte zur Sicherheit erneut eine Ölsperre um das Schiff gelegt werden.

   Die «Siderfly» war am 28. Oktober bei einem Zusammenstoß mit einem Gastanker so schwer beschädigt worden, dass sie zu sinken drohte. Sie war zunächst mit Hilfe von Schleppern an der Böschung des Kanals gehalten worden, um das Sinken des Schiffes zu verhindern. Der Frachter war mit einer Ladung Harnstoff - einem ungiftigen Dünger - auf dem Weg von Brunsbüttel nach Antwerpen gewesen.

Der rund hundert Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal verkürzt den Weg für Schiffe im Vergleich zur Route um Dänemark herum um gut 400 Kilometer. Wegen der Havarie wurde musste der Kanal in diesem Jahr bereits das dritte Mal mehrere Tange lang komplett gesperrt werden. Zuvor gab es bereits wegen der maroden Technik der Schleusenanlagen sowie durch einen Arbeitskampf länger dauernde Komplettsperrungen. Wirtschaftsverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein haben in der Vergangenheit mehrfach gefordert, den Kanal zügig zu modernisieren und auszubauen.

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