Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Hamburg Mehrere tausend Windräder vor dem Abbau
Nachrichten Hamburg Mehrere tausend Windräder vor dem Abbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:17 31.10.2017
Wenn die staatliche Förderung wegfällt und die Strompreise nicht steigen, könnte dieses Bild selten werden. Quelle: Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)
Hamburg/Berlin

Diese Einschätzung wird von den meisten Fachleuten geteilt. "Auf jeden Fall ist ab 2020 mit der Abschaltung von Bestandsanlagen in mehr oder weniger großem Umfang zu rechnen", heißt es in einem Artikel mehrerer Ökonomen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig in der Zeitschrift "Wirtschaftsdienst".

Der Knackpunkt ist der Strompreis von 2021 an, den heute noch niemand kennt. Die alten Windkraftanlagen, deren Rotoren sich seit 20 Jahren oder länger drehen, verlieren zwar ihre Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), aber nicht ihre Betriebserlaubnis. Sie könnten weiterarbeiten, wenn es sich lohnt.

Wie alle älteren Maschinen sind aber auch Windkraftwerke nach 20 Jahren Verschleiß anfällig für Reparaturen und wartungsintensiver als neue Anlagen. Ihre Betriebskosten sind höher. Der aktuelle Strompreis von rund drei Cent je Kilowattstunde dürfte nicht reichen, um die Anlagen in Betrieb zu halten - vielleicht mit ein paar Ausnahmen an besonders guten Standorten.

Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten. Allein im ersten Jahr fallen 5700 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4500 Megawatt aus der Förderung heraus. In den Folgejahren sind es jeweils 2000 bis 3000 Megawatt. Der Bundesverband Windenergie schätzt, dass bis 2023 rund 14 000 Megawatt installierte Leistung auf der Kippe stehen. Das wäre mehr als ein Viertel der aktuell installierten Windenergie-Leistung an Land, die zunächst einmal wegfallen würde.

Letztlich werden aber die Strompreise die entscheidende Rolle spielen. Ein Trend in der Diskussion um die Energiewende geht in die Richtung, die Preise für CO2-Zertifikate deutlich zu erhöhen. Damit würde Strom aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas deutlich teurer. Ob die Politik diesen Weg nimmt, wird sich aber erst nach der Bildung der nächsten Bundesregierung abzeichnen.

Von KN-online

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Hamburg Havarie vor Langeeog - Schleppversuch wieder abgesagt

Die Bergung des havarierten Frachters "Glory Amsterdam" vor Langeoog wurde abgesagt. Der Reeder des unter Panama-Flagge fahrenden Schiffes will selbst ein Unternehmen zur Bergung beauftragen. Die Tanks mit 1800 Tonnen Schweröl scheinen zu halten.

Frank Behling 30.10.2017

Der in Buxtehude lebende Künstler Sven Brauer hat ein Kochbuch mit eigens gesammelten norddeutschen Rezept-Klassikern verfasst – und köstlich coloriert. Unter dem Titel „Sprotten, Mutt und Ofenkatze“ tischt der Großneffe von Hamburgs legendärem Bürgermeister Max Brauer sein Werk nun auf.

30.10.2017

Der vor der Nordseeinsel Langeoog gestrandete Frachter "Glory Amsterdam" sitzt weiterhin fest. Am Sonntagabend war das 225 Meter lange Schiff vor der Nordseeinsel durch Wind und Wellen auf Grund gespült worden.

Frank Behling 30.10.2017