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Hamburg Stresstest für Atom-Zwischenlager
Nachrichten Hamburg Stresstest für Atom-Zwischenlager
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19:48 13.02.2012
Das Zwischenlager beim Kernkraftwerk Brokdorf bietet Platz für 100 Castor-Behälter, die dort mindestens 40 Jahre lang stehen dürfen.  Quelle: Jann Roolfs
Kiel

Nach den Stresstests für Atomkraftwerke soll in diesem Jahr auch ein Sicherheits-Check für alle deutschen Atommüll-Zwischenlager abgeschlossen werden. Im Norden sind die Zwischenlager der Atomkraftwerke Brokdorf, Krümmel und Brunsbüttel betroffen.

 „Die Ergebnisse der Untersuchungen der Entsorgungskommission werden voraussichtlich Ende der zweiten Jahreshälfte 2012 vorliegen“, betont die parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU) in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage. Dabei wird etwa überprüft, ob die Zwischenlager, in denen hoch radioaktiver Müll bis zur Einrichtung eines Endlagers aufbewahrt wird, ausreichend gegen Flugzeugabstürze geschützt sind.

In Krümmel werden nach Angaben der Betreiber Eon und Vattenfall derzeit 19 Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen gelagert, in Brunsbüttel 6. In Brokdorf sind es nach Angaben von Eon aktuell 16 Behälter. Die Lagerung ist jeweils für maximal 40 Jahre genehmigt. Bei diesen Zwischenlagern im Norden läuft diese Frist dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge zwischen 2046 und 2047 ab.

 Unabhängig von den Stresstests sollen die Atommüll-Zwischenlager in Deutschland besser gegen mögliche Terrorangriffe geschützt werden. Entsprechende Empfehlungen hatte eine Bund-Länder-Kommission noch vor der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen. Anders als im Süden ist im Norden aber nicht geplant, die Anlagen mit meterhohen Mauern nachzurüsten. „Die Anlagen im Norden sind nach einem anderen Konzept gebaut. Die Mauern sind schon sehr dick“, sagte Oliver Breuer, Sprecher der zuständigen Atomaufsicht im Justizministerium, am Montag in Kiel. Die Wände seien in der Regel rund 1,20 Meter dick, die Decken 1,30 Meter.

 Im Süden seien die Mauern oft nur halb so dick, erläuterte Breuer. Die dickeren Wände schützen nach seinen Angaben die Außenwelt besser vor Strahlen und zudem die Castorbehälter besser vor Einwirkungen von außen. Weitere Maßnahmen zur Sicherheit unterliegen der Geheimhaltung, betonen die Betreibergesellschaften Eon und Vattenfall. „Man will den potenziellen Tätern ja keine Hinweise liefern“, sagte Barbara Meyer-Buckow, Sprecherin von Vattenfall.

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