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Hamburg Wacken-Fans reisen ab
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17:17 04.08.2013
Festivalbesucher feiern beim Wacken Open-Air Festival (WOA) am 03.08.2013 im schleswig-holsteinischen Wacken auf der Festivalwiese im Schlamm. Quelle: dpa
Wacken

Mehr als 75 000 Menschen haben beim wohl größten Heavy-Metal-Festival der Welt in Wacken die Köpfe kreisen und die Beine tanzen lassen. In der Nacht zum Sonntag schallten die letzten Akkorde über das knapp 220 Hektar große Gelände in Schleswig-Holstein, dann machten sich die „Metalheads“ auf den Heimweg. Highlights des 24. Wacken Open Airs (W:O:A) in dem 1800-Seelen-Dorf nahe Itzehoe waren die Shows von Rammstein, Alice Cooper und Deep Purple — und der überraschende Auftritt von Schlagersänger Heino.

Das Wacken Open Air hat seinen ersten Höhepunkt hinter sich. Rammstein haben die Luft zum Brennen gebracht und nebenbei auch noch Schlagersänger Heino einen Auftritt vor den Metal-Fans beschert. Jetzt kommen Doro Pesch und Motörhead. Sorgen bereitet den Helfern die angekündigte Hitzewelle.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, feierten die Metal-Fans ein insgesamt friedliches Freiluft-Event. Insgesamt zählten die Beamten 13 Körperverletzungen. Bezogen auf die große Menschenmenge sei das wenig. Hinzu kamen rund 250 Diebstähle. „Wir waren insgesamt sehr positiv überrascht“, sagte ein Polizeisprecher. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei die Zahl der Delikte deutlich zurückgegangen. Auch Drogen hätten keine Rolle gespielt.

Zu schaffen machte den „Metalheads“ die große Hitze. „Anders als 2012 hatten wir nun das andere Extrem“, sagte eine Festivalsprecherin. Im vergangenen Jahr hatte es in Wacken riesige Schlammflächen gegeben. 2013 entstanden diese vor allem am Abschlussabend, als es kurz und heftig regnete. Die Metal-Fans nahmen es gelassen, wie üblich feierten sie sogar in den Pfützen.

Die Sanitäter zählten insgesamt 3300 Festival-Besucher, die medizinische Hilfe benötigten. Das seien rund 300 mehr als im vergangenen Jahr gewesen. „Aufgrund des Wetters und des großen Besucherandrangs bei Rammstein hatten wir aber mit 4000 gerechnet“, sagte ein Sprecher. 320 Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ansonsten sei es meist bei kleineren Blessuren geblieben.

Ein 22-Jähriger aus Kiel verbrannte sich am Freitag schwer, als er die Gaskartusche an einem Campingkocher wechseln wollte. An einem Grill soll sich ausströmendes Gas entzündet haben — die Kartusche explodierte. Lebensgefährlich seien die Verbrennungen nicht, sagten die Helfer am Sonntag. Der Mann lag noch im Krankenhaus.

Auf den Bühnen rockten beim 24. Wacken Open Air (W:O:A) unter anderen Rammstein, Deep Purple und Alice Cooper — und Heino. Der Schlagersänger kam überraschend für ein Duett mit Rammstein-Frontmann Till Lindemann auf die Bühne. Ihre Version des Rammstein-Hits „Sonne“ kam nicht bei allen Fans gut an, insgesamt war der Applaus für Heino in Wacken aber freundlich. „Metal-Queen“ Doro Pesch feierte bei dem Festival ihr 30. Bühnenjubiläum. Motörhead brachen ihren Auftritt hingegen nach knapp 30 Minuten ab. Frontmann Lemmy Kilmister habe sich aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit schonen müssen, erklärte eine Bandsprecherin.

Überschattet wurde das Festival vom Tod eines 52-Jährigen. Er war am Freitagmorgen in seinem Zelt gefunden worden, jede Hilfe kam zu spät. Die Polizei schloss einen Unfall oder ein Verbrechen aus. Der Mann sei vermutlich an einer natürlichen Todesursache gestorben. Auch im vergangenen Jahr hatte es einen Toten bei dem Festival gegeben: Ein junger Mann war auf einem Auto-Anhänger eingeschlafen und starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Das W:O:A ist nach Angaben der Organisatoren das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Zu 75 000 zahlenden Besuchern kommen noch rund 10 000 Helfer, Journalisten und Gäste. Rund 120 Bands spielten. Am Sonntag verließen die meisten „Metalheads“ Wacken. Das Festivalgelände soll in wenigen Tagen wieder eine Kuhweide werden.

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