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Hamburg Weihnachtsmann-Nachfrage ist groß
Nachrichten Hamburg Weihnachtsmann-Nachfrage ist groß
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07:21 18.12.2012
Im Norden ist die Weihnachtsmann-Nachfrage groß. Quelle: dpa
Flensburg/Lübeck/Hamburg

Weihnachtsmann ist ein ziemlich harter Job. Zwar hat man 364 Tage im Jahr frei, aber an einem Tag braust man um die Welt — oder zumindest durch zahlreiche Wohnstuben. Weihnachtsmänner und Familien bringen im Norden häufig die Agenturen für Arbeit zusammen. Sie vermitteln entweder direkt oder stellen den Kontakt durch Flyer her. Ein Trend ist in ganz Schleswig-Holstein erkennbar: Es werden mehr Weihnachtsmänner gesucht als zur Verfügung stehen.

Die Agentur für Arbeit in Heide etwa bietet zwölf Herren und eine Dame in Dithmarschen an, nachgefragt werden aber 50 Gabenbringer. „Wir hätten gerne auch Neumeldungen in Steinburg“, sagt Monika Schmudde, Leiterin des Pressebüros. Auf ein Inserat habe sich aber niemand gemeldet. Überwiegend seien es Familien, die nach Weihnachtsmännern suchen, berichtet Schmudde. Es werde eher nach Herren gefragt. Die einzige Dame trete ebenfalls als Mann auf — mit verstellter Stimme. Was muss der Bewerber mitbringen? „Der Verdienst sollte nicht im Vordergrund stehen“, meint Schmudde. Die Herren und Damen sollten mit Herz dabei sein. Gefragt sei außerdem schauspielerisches Talent.

In Flensburg gebe es seit ein paar Jahren keine direkte Vermittlung mehr, sagt Agentur-Sprecher Arne Eichberg. Es werde aber der Kontakt mittels Flyer ermöglicht — auch online. Etwa 100 Anfragen habe es bislang gegeben. Dieses Jahr seien auch zwei Damen dabei, generell seien die Herren aber gefragter. „Das ist das Klischee, das man im Kopf hat“, meint Eichberg — älterer Herr mit Bauch und Bart. Die Nachfrage sei deutlich größer als im Vorjahr — und auch als das Angebot.

Bei der Agentur für Arbeit Kiel gibt es die Vermittlung schon seit einiger Zeit nicht mehr. Es sei eben keine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, sondern nur ein Engagement für wenige Stunden, sagt Sprecher Thomas Bohse. Auch die Agentur in Neumünster preist keine Weihnachtsmänner mehr an. Es habe immer weniger von ihnen gegeben, begründet Sprecherin Andrea Julke.

Ähnlich sieht es bei der Agentur für Arbeit der Hansestadt Hamburg aus. Seit etwa fünf Jahren gebe es keine Weihnachtsmannvermittlung mehr, sagt Sprecher Knut Böhrnsen. „Wir mussten gucken, was dabei rauskommt.“ Und das sei zu wenig gewesen.

„Es ist ein sehr kurzfristiger Markt. Nach dem 24. ist Schluss und die Weihnachtsmänner sind wieder arbeitslos.“ Dauerhafte Arbeitsplätze seien dabei nicht in Sicht gewesen. Zudem sei der organisatorische Aufwand hoch gewesen. „Die Weihnachtsmänner brauchten passende Outfits und mussten textsicher sein“, sagt Böhrnsen. Zu Hochzeiten habe die Arbeitsagentur bis zu 80 Weihnachtsmänner vermittelt.

Ganz anders ist — erwartungsgemäß — die Lage in der schleswig-holsteinischen „Weihnachtshauptstadt“ Lübeck. 125 Einsätze hat die Agentur für Arbeit für den 24. Dezember vermittelt, davon gingen fünf sogar bis nach Fehmarn. Und es seien immer noch 20 Einsätze offen, meldet die stellvertretende Sprecherin Andrea Lenschow. 20 Herren und eine Dame als Engel werden unterwegs sein.

Seit dem 7. Dezember ist die Vermittlung offiziell beendet. Weihnachtsmännern ohne Arbeitskleidung stellt die Agentur den roten Mantel. Bis zu zehn Familien besucht ein Gabenbringer — vom Nachmittag bis zum Abend. Auch in der Region Lübeck sind Herren gefragter als Damen: „Männer kommen einfach besser an“, hat Lenschow beobachtet. Ältere mit eigenem Bart würden besonders bevorzugt. Damen hätten eher als Engel Erfolg. Hier können sich Familien noch melden: An Heiligabend hat der Engel noch Kapazitäten frei.

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