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Kultur Jung und frisch wie in alten Tagen
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14:25 28.10.2018
Von Thomas Richter
Die Jazzer und ihr Sound wirkten jung und frisch wie in jenen Tagen als sich ein amerikanischer Präsident noch mit Praktikantinnen vergnügte. Quelle: Manuel Weber
Kiel

Begeisterung im Kulturforum: Doc Koehler’s Sultans Of Swing legten einen gelungenen Auftritt hin.

Der erste Eindruck

Die Band, die sich 1998 als einer Art Zufallsprodukt gründete, hat sich im Laufe der Jahre zu einer der erfolgreichsten Jazz-Ensembles Norddeutschlands entwickelt. Etwaige Abnutzungserscheinungen waren indes nicht zu beobachten.

Im Gegenteil: Die Jazzer und ihr Sound wirkten jung und frisch wie in jenen Tagen als sich ein amerikanischer Präsident noch mit Praktikantinnen vergnügte. 

Das Programm

Natürlich ist so eine Jubiläums-Gala in erster Linie eine Werkschau. Und da schöpften die Musiker wirklich aus dem Vollen. Der klassische Swing-, Jazz- und Blues-Fundus ist ja ohnehin unermesslich und die Sultans hoben für ihr knapp dreistündiges Konzert neben vielen allgemein bekannten Jazz-Standarts wie Sweet Georgia Brown oder Jumpin' At The Woodride auch heutzutage seltener gehörte Stücke wie Artie Shaws Frenesi auf die Setlist.

Zudem verliehen die ehemaligen Sängerinnen Levke Serfling und Tina Andres sowie die  Stepp-Tänzerin Tricia Bloch mit ihren Auftritten dem Konzert eine ganz besondere Note.

Unter anderem zelebrierte Servling eine spektakuläre Fassung von Lover, Come Back To Me  und Andres präsentierte  mit eleganten Glamour und einem Hauch von Hollywood eine tolle Variante von Give Me The Simple Life. Dass die männlichen Bandmitglieder ein geschultes Öhrchen für weibliche Stimmen haben, bewies natürlich auch die aktuelle Sängerin Johanna Bularczyk . Sie setzte dem Konzert mit ihrer Version des George Gershwin Juwels Someone To Watch Over Me nämlich ein ganz besonderes Highlight.  Nach einem sehr intimen, „sophisticated“ Intro mit der hervorragenden Pianistin Vera v. Reibnitz holte die stimmgewaltige Frontfrau den großen Pinsel raus und verpasste der warmherzige Ballade einen imposanten Anstrich.

Außerdem veredelte die in Amerika geborene Stepp-Tänzerin Tricia Bloch die Gala  mit herrlichen Show-Einlagen wie etwa beim Tap-Dance-Evergreen Cute. Schließlich steuerte mit dem ursprünglich von Chet Baker interpretierten  Do It The Hart Way der Posaunist und launige Moderator Arvid Maltzahn auch eine „maskuline“ Gesangsnummer ein.

Einen stillen Moment gab es, als die Band mit den von den Jazz-Ikonen Billy Strayhorn und Duke Ellington geschriebenen Day Dream ihrer verstorbenen Mitglieder Heribert Kroll (Saxophon) und  Ulrich „Miele“  Meletschus (Schlagzeug) gedachten. Am Ende dann das große Finale mit allen Akteuren und Hits wie All Of Me.

Das Publikum

In zwei Dekaden auf der Bühne hat eine Band die Möglichkeit, viele Fans zu sammeln.  Und so hatte man den Eindruck, dass sowohl Anhänger der ersten Stunde als auch über die Jahre hinzugewonnene Freunde im Saal feierten. Auf jeden Fall wirkten Band und Publikum wie alte Bekannte, beinahe wie Familie.  Wer weiß, vielleicht waren ja auch einige Neueinsteiger unter den restlos begeisterten Zuhörern. Und über Fan-Nachwuchs kann man sich ja auch noch weitere zwanzig Jahre freuen.

Was in Erinnerung bleibt

Das, was eigentlich bei jedem Sultan of Swing Konzert in Erinnerung bleibt: Ein fantastisches Programm und exzellente Musiker, die fulminante Soli ebenso beherrschen wie den kollektiven Swing. Dazu die grandiosen Arrangements des gebürtigen Kielers und ehemaligen  Rock-Gitarristen Jens „Doc“ Köhler, die nicht nur viel Schubkraft und Energie entwickeln, sondern so clever instrumentiert sind, dass seine Combo mit vier Bläsern und einer Rhythmusgruppe immer so klingt wie eine ausgewachsene Big-Band.   

Fazit

Weiter so, auf die nächsten Zwanzig.

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