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Kultur Regen, Schlamm und Islands Weite
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18:22 02.11.2018
Von Ruth Bender
Die aus Afrika geflüchtete Adja (Babetida Sadjo) wird im isländischen Film „Atme ganz normal“ unverhofft zum Babysitter für Eldar (Patrik Nökkvi Pétursson) Quelle: NFL/Zik Zak Filmworks
Lübeck

Die Zeiten sind hart in Michael Noers schlamm- und regenschwerem Bauerndrama „Vor dem Frost“. Und es ist eindrucksvoll, wie der dänische Regisseur in großen Tableaus und engen Räumen eine archaische Geschichte entrollt, in der mit Töchtern ebenso gehandelt wird wie mit Kühen. Jesper Christensen spielt darin den alten Bauern Jens und er macht die Ambivalenz der Figur verstörend deutlich.

Immer wieder geht im Spielfilmprogramm der Blick zurück in die Geschichte, wird an der Historie die Gegenwart abgeglichen. Da erzählt das finnische Nachrevolutionsdrama „Lach oder stirb“ galgenhumorig, wie die Mitglieder eines Arbeitertheaters 1918 in einem finnischen Gefangenenlager um ihr Leben spielen und die Kunst die Realität kreuzt. Und Kasper Kalles „Christian IV.“, hinter dem man auch einen Kostümfilm vermuten könnte, entpuppt sich als Low-Budget-Projekt, das den königlichen Ehestreit aus dem Innern einer Kutsche zum Kammerspiel über Liebe und Verrat verdichtet.

Atme ganz normal

Weiter wird der Blick erst auf Island und den Färöer - und manchmal öffnet sich damit auch der Weg für die Protagonisten in die Welt. In „Atme ganz normal“ schlagen allerdings erstmal alle Türen zu: Für Lara, die sich mit Sohn Eldar gerade so über Wasser hält - und dann ihre Wohnung verliert. Für Adja aus Afrika, die wegen eines falschen Passes statt in Toronto in Reykjavik im Asylheim landet. Mit großer Ruhe und in einer grafisch puristischen Bildsprache, entwickelt Regisseurin Isold Uggadóttir die Parallelgeschichte der beiden Frauen und verwebt sie unaufdringlich zum Schicksalsgeflecht. 

Mittlerweile kristallisieren sich außerdem die Favoriten heraus. Klaus Härös „Ein unbekannter Meister“, der zwischen Kunstkrimi und Familiendrama changiert, ist einer davon. Und Tuva Novotnys Echtzeit-Drama „Blinder Fleck“ erscheint vielen als sicherer Kandidat für den Debütpreis, den die Freunde der Nordischen Filmtage in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. „Es beginnt sehr langsam“, sagt eine Zuschauerin, „aber dann entsteht fast wie im Dokumentarfilm eine enorme Intensität.“

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