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Kultur Innig und großartig zugleich
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12:05 01.06.2018
Von Thomas Richter
Die Musik von Alexander Knappe ist groß und breit, die Inhalte oft sehr innig, ohne kitschig zu sein. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Im Pressetext zu Knappes mittlerweile dritten Platte heißt es, er übersetze „persönliche Brüche in feierliche Songs und wirft dabei ein ironisches, autobiografisches Licht auf sich und seine Art, das Leben in Musik zu verwandeln.“ Stimmt. Und live kommen zu den nachdenkenswerten aber nie zu schweren Inhalten noch fette Arrangements, eine grandiose Band und das bezwingende Showtalent des ehemaligen Fußballtalents und nun gefragten Deutsch-Pop-Poeten hinzu.

Das Programm

Zunächst begeisterte Marcel Brell als Support mit einer Gitarre und tollen Songs das Publikum und bewies, nachhaltig, warum er vor drei Jahren mit dem Fred-Jay-Preis, den wichtigsten deutschen Textdichter-Preis, ausgezeichnet wurde. Es folgte die Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Nachwuchs. Zu den Texten, ja Dichtungen seines neuen Albums Sprechendes Tier gesellten sich aber immer auch eine eingängige musikalische Kompositionen. Danach rockte Knappe den Laden nach allen Regeln der Kunst. Schon mit dem Opener Farbenblind ging es mächtig zur Sache: Fetter Sound, satte Beats und die von der ersten Sekunde an die ansteckende Bühnenpräsenz des Frontmans Knappe. Im Mittelpunkt des Abends stand natürlich das mit vielen autobiografischen Farben gemalte neue Album. Der Song Du etwa ist inspiriert von der Geschichte seiner Eltern. Der mitreißende, stadiontaugliche Burner Musik an, Welt aus will Mut machen, persönliche Krisen zu überwinden. Aber auch etwas ältere Songs standen auf der Setlist. Das betörende Lied Wunderbare Jahre, mit dem Knappe den Tod eines Freundes besingt, oder das mit Reggae- und Weltmusik-Elementen gespickte Süden.      

Das Publikum

Echte Fans. Hingen Knappe von der ersten Sekunde an an den Lippen und vereinigten sich nicht nur einmal zu einem beeindruckenden Backgroundchor. Auch die Wärme im Saal tat der Freude am Auftritt keinen Abbruch. Für viele weiblich Fans war der Moment, als der Sänger am Ende sein T- Shirt abstreifte und einen durchtrainierten Oberkörper präsentierte, sicher auch keine Strafe   

Fazit

Die Musik groß und breit, die Inhalte oft sehr innig, ohne kitschig zu sein. Tief empfundene Texte wirken eben auch vor breiter musikalischer Kulisse.

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