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Kultur Wunderbare Welt des Fußballs
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07:50 17.05.2018
Von Thorben Bull
Arnd Zeigler brachte das Publikum mit seinen Anekdoten unentwegt zum Lachen. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

 „So wunderschön kann Fußball sein“, kommentiert Arnd Zeigler den gezeigten Ausschnitt im ausverkauften Kieler Metro-Kino am Schloßhof.  Ein derartiges Video bleibt beim Fußball vernarrten Zeigler allerdings eher die Ausnahme, denn der Journalist, Moderator, Stadionsprecher, Produzent, Sänger und Autor ist auf die Kuriositäten aus. Auf die Anekdoten, die erinnerungswürdigen Interviews, die (Mode-)Sünden der berühmten Stars und die Fehltritte auf den Amateurplätzen der Welt.

Dabei geht der wohl einzige Mensch der Welt mit einer Fußball-Show in den eigenen vier Wänden selten in die Tiefe. Die Bühnenversion der WDR-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ tut vor allem eines: sie bringt unentwegt zum Lachen und ist somit für alle positiv verrückten Fußball-Liebhaber ein wahres Fest. Der Untertitel „Dahin, wo es wehtut“ ist nämlich durchaus zutreffend wenn Zeigler – nach intensiven Archiv-Durchleuchtungen – zeigt, wie Paul Breitner und Uli Hoeneß zur aktiven Zeit mit nacktem Oberkörper zusammen im Bett liegen und ganz vertraut in einer Zeitung lesen. Wie HSV-Legende Charly Dörfel im heimischen Garten Schweinelaute imitiert oder wie die betagten Nachbarn von Ulf Kirsten einen Fernsehreporter unter Androhung eines Polizeianrufes vom Hof jagen.

Bei Schnapsschüssen von Stefan Effenbergs feuchten Liebesbekenntnissen auf dem Oktoberfest für seine Gattin geht auch mal ein angeekeltes Raunen durch den Saal. Für Fußball-Ästheten ist der Abend nicht durchgehend etwas, für die Schadenfreudigen umso mehr. Doch das Schönste ist, dass Zeiglers Show als absolut perfekter Gegenentwurf zu solchen Individuen funktioniert, die den Fußball als Bühne für Gewalt und Beleidigungen missbrauchen. So sollte Fankultur im Idealfall aussehen. Leiden gehört zu jedem Sport dazu. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

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