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Fünfter GMD-Kandidat: Benjamin Reiners

Kieler Philharmoniker Fünfter GMD-Kandidat: Benjamin Reiners

Als Hafen für die Fähre nach Oslo kennt Benjamin Reiners, Jahrgang 1983, die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins schon privat. Nun möchte er als Nachfolger von Georg Fritzsch 2019 Generalmusikdirektor am Theater werden.

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GMD-Kandidat Benjamin Reiners während der Probe mit dem Philharmonischen Orchester Kiel im Schloss.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. „Richtig gute Arbeit“ hat er hier bei seinen Recherchen ausgemacht. Und doch sieht er als noch eher junger Dirigent „mit jungem Orchester“ Chancen, vermehrt ein studentisches Publikum heranzuziehen. Die Vermischung von Klassik mit Pop, alternative Auftrittsorte, neue Medien, Feierabendkonzerte – Stichworte, für die er sich begeistern kann.

Barockopern interessieren den im tiefsten Innern Bach-beseelten Dirigenten genauso wie seine vertrauten Hausgötter Mozart und Verdi. „Deren Stilistik liegt mir. Und zum Glück müsste ich hier nicht sofort Wagners Ring machen, weil der dann gerade gelaufen ist. Dieses Fach will ich mir in Ruhe erarbeiten.“

Von großen Vorbildern wie Kleiber oder Bernstein will Reiners gar nicht reden, auch wenn ihn derzeit Mariss Jansons oder Riccardo Chailly begeistern. „Denn das So-dirigieren-Wie klappt sowieso nicht, man muss seinen eigenen Stil entwickeln. Wichtig ist, dass meine Dirigiersprache verständlich ist.“

Dass er in Köln zunächst Kirchenmusik fertig studierte, sieht er heute als Vorteil: „Das war ein super Fundament.“ Dem Zug zum Musiktheater wurde mit einem zweiten Studium in Detmold Rechnung getragen. Von da aus startete die klassische Kapellmeister-Tour durch. Wichtigste Stationen waren das Gärtnerplatztheater in München und die Staatsoper Hannover. Für weitere Impulse wechselte Reiners im Herbst 2016 als Stellvertretender Generalmusikdirektor nach Mannheim – „der richtige Schritt: ein ganz starkes Theater mit gutem Ruf und beständigem Repertoire.“

www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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