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Kultur Berliner Hebbel am Ufer ist Theater des Jahres
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15:51 06.09.2012
Schauspielerin des Jahres: Sophie Rois als Emma Klinke in «Die (s)panische Fliege» an der Volksbühne Berlin. Quelle: Jens Kalaene

Matthias Lilienthal (52) wird sozusagen rückblickend geehrt. Er gab die Leitung des HAU zum Ende der Spielzeit ab und unterrichtet in den nächsten zehn Monaten Kunst-Studenten in Beirut.

Schauspielerin des Jahres ist Sophie Rois (51) von der Berliner Volksbühne. Zum Schauspieler des Jahres wurde Sebastian Rudolph (43) vom Thalia Theater Hamburg gewählt, wie aus der der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Kritikerumfrage der Fachzeitschrift "Theater heute" hervorgeht.

"Mein Team und ich haben zum Schluss mit den Produktionen ja auch ein bisschen geklotzt und nicht gekleckert", sagte Lilienthal der dpa. "Die Auszeichnung ist auch eine Auszeichnung der freien und internationalen Theaterarbeit." Er forderte, die Kulturpolitik müsse dafür auch mehr Geld zur Verfügung stellen. "Das Theater öffnet sich im Moment schon ganz deutlich gegenüber den freien Gruppen und internationalen Kooperationen. Es wäre gut, wenn dieser Prozess weiter geht. Mehr Internationalität kann Deutschland nie schaden."

Lilienthal schloss eine Rückkehr an ein Berliner Theater nicht aus. "Na, klar kann ich mir das vorstellen. Ich würde gerne ein paar Jahre ein Aus von der Hauptstadt nehmen. Aber ich bin ja Berliner und liebe diese Stadt. Ich habe auch für Berlin noch viele Ideen."

Inszenierung des Jahres ist Nicolas Stemanns Interpretation von Goethes "Faust I + II", entstanden in Koproduktion von Thalia Theater Hamburg und Salzburger Festspielen. Dramaturg des Jahres wurde Benjamin von Blomberg für seine Arbeit an Stemanns "Faust I + II". Peter Handke schrieb mit "Immer noch Sturm" das deutschsprachige Stück des Jahres. Bühnenbildner des Jahres wurde der Regisseur Herbert Fritsch. Als Kostümbildnerin des Jahres wurde Victoria Behr geehrt, die Fritschs Schauspieler einkleidete.

Als Ärgernis des Jahres nannte die Mehrheit der 42. Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die "Schlampereien bei der Sanierung des Stuttgarter Schauspielhauses" und den "absurden Hype, den ein geistig unterbelichtetes Buch namens "Kulturinfarkt" auslösen konnte."

dpa

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