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Kultur Alan Broadbent & Georgia Mancio Quartet
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08:50 16.04.2017
Von Jörg Meyer
Alan Broadbent (Piano), Georgia Mancio (Vocals) stellten am Sonnabend im Kieler Kulturforum mit Phil Steen (Bass), Kai Bussenius (Drums) ihr neues Album "Songbook" vor. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Der erste Eindruck

Schon der Opener „The Journey Home“ kommt „klassisch“ swingend daher – wie eine Reise in „die alte Heimat“ des Jazz. Dennoch ist der Song alles andere als epigonal, benutzt das Standard-Idiom lediglich als Fundament, auf dem sich eben noch ganz anderes bauen lässt, als sich im „Great American Songbook“ schon an Jazz-Monumenten findet.

Das Programm

Das Album spannt den breiten Bogen der Jazz-Standards auf, von Swing über hurtige Latin-Nummern („Someone’s Sun“), rasanten Bebop („One For Bud“) bis hin zu sensiblen Balladen („Cherry Tree“). Hier verstehen sich Komponist Broadbent und Texterin Mancio nahezu blind. Umso interessanter wenn die beiden berichten, wie das „Songbook“ entstanden ist: Broadbent schöpfte aus seinen prall gefüllten Schubladen von Kompositionen aus gut 50 Jahren, Mancio versah sie kongenial mit Texten, wobei sie die Titel jeweils als Inspiration verwandte. „Keine Note und keine Silbe musste verändert werden, es passte alles zusammen“, erinnern sie sich an den gemeinsamen Schaffensprozess.

Das Publikum

Anders als bei früheren Auftritten Alan Broadbents in Kiel ist das Publikum diesmal eher rar. Dafür kennt es die alten Standards so gut, dass es mit reichem Beifall goutieren kann, wie die Standards hier um einige neue bereichert, wenn nicht neu definiert werden.

Was in Erinnerung bleibt

Obwohl die Begleiter Phil Steen (Bass) und Kai Bussenius (Schlagzeug) die Songwriter perfekt zum Quartett ergänzen, entstehen die innigsten Momente, wenn Broadbent und Mancio im Duo musizieren. Die Balladen „Hide Me From The Moonlight“ und das zugegebene „Quiet Is The Star“ sind wahre Sternstunden.

Fazit

Alan Broadbent und Georgia Mancio haben mit ihrem „Songbook“ neue Jazz-Standards geschaffen, die das Potenzial haben, irgendwann Eingang in den „Kanon“ des „Great American Songbook“ zu finden.

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