24 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Nachdenklicher Indiepop mit Staring Girl

Blitz-Kritik Nachdenklicher Indiepop mit Staring Girl

Zu seiner ehemaligen Heimat Kiel hat Steffen Nibbe immer noch eine enge Verbundenheit. So eng, dass der Sänger und Songschreiber mit seiner Band Staring Girl in der angenehm besuchten Hansa 48 noch vor der offiziellem Veröffentlichung des neuen Albums „In einem Bild“ ein exklusives Konzert gab.

Voriger Artikel
Könnten Sie einen Roboter lieben, Clemens Setz?
Nächster Artikel
"Dritte Wahl": Punkrock mit Herz

Staring Girl präsentierten in der Hansa48 ihr am 20. April erscheinendes Album „In einem Bild“.

Quelle: mwe: Manuel Weber

Der erste Eindruck

Kiel. Trotz massiver Besetzungswechsel ist das Markenzeichen von Staring Girl geblieben: Sachte anschiebende und zumeist unaufgeregte Indiepop-Songs, die von Nibbes Erzählstimme und nachdenklichen Texten leben. Und natürlich auch weiter mit detailverliebten Arrangements glänzen.

Die Musik

Die oben angesprochenen Details entlehnen sich Genres wie Folk, Americana und typischen Singer-Songwriter-Mustern, in denen zumeist sanfte Gitarren dominieren. Bei „Vor der Tür“ konnte trotzdem schon mal die E-Gitarre kreischen oder die Single „Diebe, Halunken und Leute“ in einem bretternden Bass-Solo münden.

Das Publikum…

…lauschte die gesamte Konzertlänge hinweg friedlich stillstehend und sitzend den Liedern. Einmal honorierte es einen Song mit einem lauten, langgezogenen „Hey.“ Da hakte Nibbe sofort augenzwinkernd ein: „Das ist für Kiel schon ganz schön viel.“

Was in Erinnerung bleibt…

…ist, dass Steffen Nibbe ein Meister der noch so kleinen Alltagsbeobachtung ist und seine dadurch entstehenden Gedanken in berührende Texte einfließen lässt. Zum Liebeslied „Lächeln und Reden“ inspirierte ihn etwa eine abgerissene Tankstelle. Zum Titelstück des Albums ein Bild, das bei seinen Großeltern hing und dessen Anblick mit der Zeit anders auf ihn wirkt. In „Matratzenladenneonröhrenlicht“ beschreibt er eine Fahrt aus Hamburg hinaus so bildhaft und verträumt, sodass man vor dem geistigen Auge neben ihm im Bus sitzt.

Fazit

Dadurch das Musik und Texte eher zu einsamen Sonntagnachmittagen passen, kam zwar keine ausgelassene Feierstimmung auf, jedoch entstand eine vertraute Atmosphäre in der so mancher Song zu berührte und die Seele streichelte. Damit kann das Konzert schon eindeutig als Erfolg verbucht werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur 2/3