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Rapshow mit Sitzfleisch

Blitz-Kritik: Trailerpark Rapshow mit Sitzfleisch

Es gab Zeiten, da galten die Konzerte von Trailerpark für den Besucher als Mutprobe, die das Dschungelcamp in den Schatten stellte. In der gut besuchten Sparkassen-Arena zeigten sich die vier Mitglieder der Rap-Supergroup am Donnerstag allerdings eher als Routiniers ihres Fachs.

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Auch in Sachen Bühnentechnik fällt der auf exakt anderthalb Stunden kalkulierte Auftritt eher prunklos aus.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Die Präsentation ihres neuen Albums „Tp4l“ geriet trotzdem oder gerade deshalb zum Siegeszug.

Der erste Eindruck

Der von viel Stromgitarre unterlegte Spaß-Rap von „Tp4l“ ist eigentlich bestens dazu angetan, in eine Live-Präsentation mit voller Drehzahl zu münden. Durch comedyhafte Interludes und drei kleine Bühnen-Auszeiten nehmen Trailerpark aber immer wieder das Tempo aus ihrer eigenen Show, indem sie sich auf ihren mitgebrachten Sitzmöbeln niederlassen und sich darauf verquasseln. Auch in Sachen Bühnentechnik fällt der auf exakt anderthalb Stunden kalkulierte Auftritt eher prunklos aus.

Das Programm

Im Mittelpunkt steht Trailerparks aktuelle CD „Tp4l“, deren Tracks bereits durchweg Zeile für Zeile laut mitgesungen werden können. Zu „Poo Fighters“ werden dabei ein paar T-Shirts in die Luft geschossen, zu „Dicks sucken“ wandert ein aufgeblasener XXL-Penis durchs Parkett. Am meisten Hymnenstimmung verbreitet nach wie vor „Bleib in der Schule“.

Das Publikum

Hat vor dem Auftritt aufgrund einer ebenso ausführlichen wie extrem geruhsam umgesetzten Einlasskontrolle viel Geduld beweisen müssen und lebt das Konzert im Gegensatz zu dem Quartett auf der Bühne danach kontinuierlich als High-Impact-Phase aus. Nach 90 Minuten hält man sich dann aber auch nicht mehr lange mit Zugabe-Rufen auf und tritt den Heimweg an.

Was in Erinnerung bleibt

Unter dem Strich eine professionelle Show, vier bunte Anzüge, reichlich Pubertäts-Humor und die Einsicht, dass diese Zutaten für einen Volltreffer an diesem Abend absolut ausreichend sind.

 

Fazit

Keine Frage, Trailerpark kommen in die Jahre und reflektieren diese Tatsache in der Show am Rande auch selber mit. Mit dem dabei gezeigten Sitzfleisch, haben sie das Zeug dazu, einmal die Nachfolge von „Fettes Brot“ anzutreten.

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