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Kultur Käptn Peng ließ es krachen
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09:06 29.01.2018
Von Thomas Bunjes
Käptn Peng und die Tentakel von Delphi live in der ausverkauften Pumpe. Quelle: Weber, Manuel
Kiel

Der erste Eindruck

Stellt sich beim Vorprogramm ein, das der Berliner Singer/Songwriter Daniel Freitag (Gesang/E-Gitarre), begleitet von einem Bassisten, mit auf Englisch verfassten Songs seines Debütalbums „Still“ bestreitet. Mag die Performance auch überwiegend nicht sonderlich fesselnd sein, ergeht sich das offenbar überwiegend studentische Publikum dennoch in massiv störend lauten Gesprächen. Deutlich aufmerksamer zeigte es sich dann beim Hauptact, der allerdings auch selbst erheblich lauter agierte.

Das Programm

Auf Tour sind Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi mit ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Album „Das nullte Kapitel“, von dem daher auch ein ganze Reihe von Songs stammen, darunter „Meister und Idiot“, „WobWobWob“, „Backpfeifernte auf dem Alphabeet“, „Neue Freunde“, „Abcdefghijklmnopqrstuvwxyz“, „Pförtner“ oder  „Mc Homosapienssapiens“. Es gab aber auch Stücke vom Debütalbum „Expedition ins O“ (2013), etwa „Monster“, „Der Anfang ist nah“ oder „Sockosophie“. Aus ihrer Zeit als Rap-Duo Shaban & Peng performten Robert Gwisdek („wir sind zwei Bands“) und sein Bruder Johannes, in der Combo als Schlagzeuger aktiv, als Duo ohne Band Stücke von ihrem 2012er-Album „Die Zähmung der Hydra“ wie „Sie mögen sich“, „Flotten von Mutanten“ oder „Werbistich“. Hin und wieder glänzte Robert Gwisdek mit Freestyle-Parts voller spontaner Reimkunst.

Das Publikum

War vom Start weg erwartungsvoll auf Party gepolt, geriet trotz der Enge im Laufe des Konzerts immer stärker ins Wogen. Zeigte sich angesichts der komplexen und langen Lyrics erstaunlich textsicher. Beim Song „Sockosophie“ wurden Robert Gwisdek nach und nach mit drei Socken beworfen und bei einem Freestyle, bei dem er auf zugeworfene Gegenstände rappte, flogen erst ein Cap, dann ein Lippenpflegstift und schließlich noch ein Hustenbonbon.

Was in Erinnerung bleibt

Wie die ganze Band während des Songs „Der Anfang ist nah“ geraume Zeit auf der Bühne in den Bewegungen einfror und währenddessen plötzlich ein Querflötist seitlich die Bühne betrat, neben Robert Gwisdeks Ohr eine minutenlange,  zarte, meditative Melodie spielte und dann gesetzten Schrittes  wieder die Bühne verließ. Und Robert Gwisdeks Ausspruch „Der Weg ist das Kiel“.

Fazit

Ein Konzert als geniales Gesamtkunstwerk.

Hier finden Sie Bilder vom Konzert aus der Kieler Pumpe.
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