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Kultur Reinhold Beckmann Duo
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10:01 07.04.2018
Von Thorben Bull
Das Reinhold-Beckmann-Duo im Lutterbeker mit Reinhold Beckmann (links) und Johannes Wennrich unterhielt das Publikum bestens. Quelle: Björn Schaller
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Lutterbek

Der erste Eindruck

Vielen ist Beckmann als „Sportschau“- Moderator bekannt und ein bisschen erwartet man auch, dass der 62-jährige über Fußball plaudert. Und das tat er auch gleich zu Beginn. „Holstein Kiel steigt auf und spielt nächste Saison im Volksparkstadion“, orakelte Beckmann. Da war der Schulterschluss schnell gemacht. Der Opener „Moment für alle Zeiten“ bestach mit ebenso versöhnlichem Charakter und hochtönigen Harmonien an der E-Gitarre von Johannes Wennrich.

Die Musik

Wer schon so viele Lebensjahre auf dem Buckel hat wie Beckmann und Songs über Liebe, Politik, neuzeitliche Phänomene und das Alter schreibt, der wirkt – ganz im Gegensatz zu jungen und gegen Konventionen wetternde Künstler – automatisch etwas großväterlich. Die typischen Songwriter-Nummern speisten sich aus Pop und Rock angereichert mit Nuancen von Jazz, Country und Folk. Man spürte, dass die Musik für Beckmann, trotz hin und wieder fehlender Alleinstellungsmerkmale, wirklich eine Herzensangelegenheit ist.

Das Publikum…

…fühlte sich nicht nur von der Musik, sondern ebenso von Beckmanns Anekdoten bestens unterhalten. Vor allem, weil der Wahl-Hamburger seine Hörer immer wieder mit einbezog und sich seinen Beifall auch mit flotten Sprüchen verdiente: „Wenn ich morgens zerknittert aufwache, dann habe ich immer noch beste Entfaltungsmöglichkeiten.“

Was in Erinnerung bleibt

Beckmanns Redegewandtheit und Präsenz blieb auch auf der Musikbühne ungebrochen. Ob Trump, Flüchtlingskrise oder leichteren Themen wie seine eigenen Coming-of-age Erfahrungen – Beckmann wusste immer augenzwinkernd zu kommentieren oder humorvoll zu erzählen und hatte dann den passenden Song parat.

Fazit

Ein rundum sehr unterhaltsamer Abend, der sich nicht ausschließlich auf die Musik konzentrierte. Beckmann bezog mit den ernsten Themen Stellung und bewies Haltung. Für die virtuosen Momente an der Gitarre sorgte allerdings Johannes Wennrich.

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