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Versengold: Leben, Lust und Laster

Blitz-Kritik Versengold: Leben, Lust und Laster

Weil’s so schön war und so viele kamen, setzte die Bremer Mittelalter Folkrockband Versengold jetzt die Tour zu ihrem erfolgreichen Album „Funkenflug“ fort – und auch die Kieler Pumpe war ausverkauft und feierte Leben, Liebe, Lust und Laster.

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Die Mittelalter-Folkband Versengold spielte am Freitag ein Konzert in der Pumpe. (Frühjahrstourauftakt "Funkenflug")

Quelle: kpb:KAI-PETER BOYSEN

Der erste Eindruck

Kiel. Der Vorhang fällt und sofort ist die Verbindung zwischen Publikum und den lyrischen Goldschmieden aus Bremen spürbar.

Das Programm

Das letzte Album „Funkenflug“ schaffte es bis auf Platz 2 der Albumcharts in Deutschland und wird dementsprechend reichlich zitiert. „Wir ham‘ Musik in uns’ren Segeln und willst du mal mit uns fahr’n, werden wir das hier schon regeln und ham‘ einen mehr im Kahn“ heißt es im Opener „Niemals sang- und klanglos“. Ein bisschen Santiano schwingt schon mit im Duktus des Sextetts, das sich für Gemeinschaft und Schankhauszusammenkünfte ausspricht, während ablassgierigen „Pfaffen“ eine Absage erteilt wird. Dann schon lieber den Traum von der Umverteilung leben wie in „Wem? Uns!“ vom vierten Album „Dreck am Stecken“.

Das geschieht meist im folkigen Up-Tempo, aber Balladen können Versengold auch, und die geraten oft sehr schön, wie im tragischen Fall des „Tjark Evers“ – stammt zwar von den Kollegen Schandmaul, ist aber in der plattdeutschen Version von Versengold nochmal so schön. Violine und Nyckelharpa führen melodisch durchs Programm, eine quirlige Akustikgitarre, Bass und Schlagzeug, dazu die freundlich-sonorigen Zeilen von Malte Hoyer, der Folk, Pop und Rock mit Denkanstössen funktioniert prächtig.

Das Publikum

Bunt gemischt, geeint im Willen zum Feiern – der Band und des Moments. Textfest bis in die Zeiten von „Ich und ein Fass voller Wein“ von 2006. Der Kern feiert zwei Stunden durch, andere suchen gern zwischendurch mal die Schankstätten auf.

Was in Erinnerung bleibt

Eine gute, friedliche, familiäre Atmosphäre.

Fazit

„Hoch die Krüge, in die Runde. Spült die Lüge aus dem Munde, dass du das Leben nehmen musst, wie es ist. Hoch die Krüge und im Bunde feiern wir die frohe Kunde, das Leben muss dich nämlich nehmen wie du bist“. („Hoch die Krüge“, Versengold)

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