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Broilers lieferten in Kiel Punkrock-Hits

Blitzkritik Broilers lieferten in Kiel Punkrock-Hits

Wenn es durch die Arenen des Landes geht, darf Kiel nicht fehlen, und so feierten 7000 Zuschauer in der Sparkassen Arena mit der Düsseldorfer Band Broilers eine bierfreudige Punkrockparty, die nicht nur in den leiseren Momenten zu einer Herzensangelegenheit wurde.

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Die Broilers feierten mit ihren Fans einen gelungenen Start ins lange Feiertags-Wochenende.

Quelle: Manuel Weber

Der erste Eindruck

Kiel. Die Feierlaune ist sehr ausgeprägt, der englische Support Boooze & Glory wird bereits würdig empfangen und beim einleitenden „If The Kids Are United“ (Sham 69) aus dem Off singt die ganze Halle mit. Als dann der Vorhang fällt, ist in den ersten zehn Reihen sofort Pogo angesagt, auch die restlichen Fans gehen begeistert mit.

Das Programm

Das aktuelle Erfolgsalbum „(sic!)“ ist natürlich mit einigen Songs wie den vorab veröffentlichten „Bitteres Manifest“, „Ihr da oben“ oder „Keine Hymnen heute“ vertreten; auch andere neue Songs wie „Die Beste aller Zeiten“ oder „Meine Familie“ werden frenetisch gefeiert. Aber die Erfolgsstrecke der Broilers ist eine lange und mit Klassikern gespickte, so sind Titel wie „Tanzt du noch einmal mit mir?“, das am lautesten mitgesungene „Ist da jemand“ oder noch ältere Songs wie der Opener „Zurück zum Beton“, die bierlastige Skahymne „In 80 Tagen um die Welt“ oder die in der Zugabe begeistert mitgetragenen „Meine Sache“ und „Blume“ fester Bestandteil des Triumphzuges der rheinländischen Brathähnchen. Zu Songs wie „Harter Weg (Go!)“ wird die fünfköpfige Band von drei Bläsern unterstützt, die Lautstärke ist wuchtig, der Sound zu Beginn etwas breiig, so dass vom Gesang nicht viel zu hören ist. Egal, man kennt die Texte eh und lässt sich gern vom smarten Muskelmann Sammy zum nächsten Song geleiten. Ein paar Überraschungen gibt’s wie das gemeinsam mit der Vorband gespielte The-Clash-Cover „London Calling“ oder die Einblendung von Bernd Knauer, dem kürzlich verstorbenen Kieler Filmhelden wider Willen („Laboe is fällich“).

Das Publikum

Ist heterogen, vom jungen Punk bis zum Normalo-Mittvierziger ist alles vertreten und bereit, Broilers zu feiern, denn die Lust auf ein verlängertes Wochenende oder gar kompletten Weihnachtsurlaub ist durchweg spürbar und ersichtlich. So sind einige Fans schon nach der Hälfte des Konzerts weggeduselt, was sicher nicht an der fehlenden Lautstärke oder der Wochenendmüdigkeit gelegen hat.

Was in Erinnerung bleibt

Die Lichtshow ist einer Arena würdig und auch der Sound der strotzt vor professioneller Härte, dennoch gibt es diese intimen Clubmomente, in denen Sammy Eierlikör verteilt, einzelne Fans im Publikum anspricht und diese rheinische Herzlichkeit versprüht, die das Gefühl vermittelt, Teil der Familie zu sein.

Fazit

Zum Ende ertönt Journeys „Don’t Stop Believin“; an die Broilers zu glauben, ist nicht die schlechteste Entscheidung.

Hier finden Sie Fotos vom Auftritt der Broilers in Kiel.

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