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Kultur Frankie Chavez: Von zart bis hart
Nachrichten Kultur Frankie Chavez: Von zart bis hart
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07:55 09.09.2018
Von Dieter Hanisch
Frankie Chavez spielte live in der Werkhalle in Neumünster. Quelle: Manuel Weber
Neumünster

Erster Eindruck: In Neumünster ist der Portugiese nach seinem ArtTour-Konzert 2015 kein Geheimtipp mehr. Schon vor seinem neuerlichen Auftritt heißt es an diesem Abend mit 320 verkauften Tickets „ausverkauft“. Der Rahmen fürs folgende kurzweilige Programm in der Werkhalle ist also perfekt.

Das Publikum: Das Durchschnittsalter liegt oberhalb von 45 Jahren und ist höher als das der vier Künstler. Typisch für Kunstflecken-Konzerte und nicht nur wegen der parallel laufenden Weinköste in der Stadt: Die Freunde des edlen Tropfens stellen gegenüber der Bier-Fraktion die Mehrheit. Ein paar wenige tanzen ausgelassen vor der Bühne, was Chavez sichtlich gefällt. Zum Teil wird stimmungsvoll mitgeklatscht, ansonsten hat der Fuß reichlich Gelegenheit zum Mitwippen.

Die Musik: Zum Anfang und bei den letzten beiden Zugaben spielt Chavez Solo auf seiner akustischen Gitarre, ansonsten ist die Band involviert. Hauptsächlich stehen Titel aus seinem letzten Album Double Or Nothing auf der Setlist. Als Anhänger des Bluesrock spielt er auch Freddie Kings Going Down. Ansonsten bedient er Rockfans, Americana-Anhänger, Blues-Liebhaber, Folk-Fetischisten und Freunde von Singer/Songwriter-Klängen. Somit ergibt sich in der Summe ein Mix von zart bis hart.

Was in Erinnerung bleibt: Chavez ist ein Saiten-Künstler par excellence. Ob mit akustischer Gitarre, dem auf den Knien gespielten Lap-Slide-Instrument, der zwölfsaitigen Portugiesischen Gitarre oder der E-Gitarre: Stets ist beeindruckende Leichtigkeit angesagt.

Fazit: Die Klischees bleiben weggesperrt! Soll heißen: Statt mollbehaftetem Fado fasst Chavez seine Devise in der Songzeile "My Religion is Rock’n’Roll" zusammen.

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