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Kultur Lieder, Liebe, Lust und Laster
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12:24 04.02.2018
Von Kai-Peter Boysen
Götz Widmann auf "Rambazamba"-Tour (zum 25-jährigen Bühnenjubiläum) in der Pumpe. Quelle: Kai-Peter Boysen

Der erste Eindruck

Götz Widmann ist auch nach 25 Jahren der nahbare Barde, der mit rauer Stimme die Getreuen in seinen Bann zieht. Der Saal ist gut gefüllt und der Nachwuchs scheint dem charmanten Freigeist nicht auszugehen.

Das Programm

Wie gewohnt schöpft der Anarcho-Songpoet frei aus einem Repertoire Hunderter Songs, die er gelegentlich hüpfend mit lagerfeuerromantischem Anschlag auf der Akustikgitarre zum Leben erweckt. Und solange rauchbares Gras wächst, werden hymnische Lieder wie „Zaubersteuer“, „Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A4“ oder „Eduard, der Haschischhund“ von Generation zu Generation weiter gereicht. Frei Schnauze moderiert Widmann seine Songs an; darunter sehr liebevolle Balladen wie „Das Korn und der Wind“, Selbstanklagendes wie „Digitaler Burnout“ oder einfach Witziges wie „Ich liebe mich“. Auch dem musikalischen Nachwuchs gibt Götz Widmann immer eine Chance, diesmal darf William Wormser ein paar Songs vorstellen.

Das Publikum

Während andere Liedermacher bei Konzerten meist in die Augen Gleichaltriger blicken, ist der 52-jährige Götz Widmann auch bei weit jüngeren Menschen angesagt. Songs wie der Hasch-Legalisierungssong „Die Zaubersteuer“ werden geradezu mitgebetet. Besonders die alten Songs seines Duos Joint Venture wie „Tach, Herr Chef“ oder „Holland“, aber natürlich auch Rauch- und Saufgeschichten wie „Ich mach ein‘ drauf“ werden leidenschaftlich mitgesungen. Widmann ist eine Oase der Ruhe und Lebensfreude in einer immer komplizierteren Welt.

Fazit/Was in Erinnerung bleibt

Zwischen all den nachwüchsigen aufgesetzt betroffenen Sängern ist Götz Widmann ein wohltuend nostalgischer und purer Songpoet, dessen Lieder von Liebe, Lust und Menschlichkeit nie Oldschool, sondern für viele immer Lebensbasis bleiben.

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