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Kultur Nazareth: Guter alter Schottenrock
Nachrichten Kultur Nazareth: Guter alter Schottenrock
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12:05 17.12.2017
Von Kai-Peter Boysen
Die schottische Hardrock-Legende Nazareth beim Auftritt in der ausverkauften Räucherei. Quelle: KAI-PETER BOYSEN

Der erste Eindruck

Nicht nur die ältere Generation ist angereist, offensichtlich sind auch einige erwachsene Kinder mitgekommen, um mal zu hören, wozu die ergrauten Eltern früher abgerockt haben.

Das Programm

Den Support Luke Gasser aus der Schweiz nimmt man zur Kenntnis, gegen 22 Uhr stehen dann die Herren Carl Sentance (Gesang), Jimmy Murrison (Gitarre), Drummer Lee Agnew sowie dessen Vater Pete am Bass auf der Bühne. Die große Frage ist natürlich, wie sich der neue Sänger Carl Sentance schlägt, der seit zwei Jahren Frontmann der Alt-Rocker ist. Die Fußstapfen von Ur-Sänger Dan McCafferty sind riesig, seine Reibeisenstimme, die gnadenlos sägen, aber auch zart kratzen konnte, ist noch in aller Ohren. So muss man sich erstmal an Sentance' Stimmfarbe und sein Vibrato gewöhnen, aber gesanglich liefert er souverän ab. Der Opener "Silver Dollar Forger", im Original mit einem großartigen Space-Rock-Mittelteil versehen, gerät etwas wacklig, dann fängt sich die Band und rockt ab. "Miss Misery", "Razamanaz", "This Flight Tonight", Hit folgt auf Hit, bei der Ballade "Dream On" muss man dann aber doch ein Tränchen verdrücken; nicht unbedingt wegen des Songs, sondern weil McCaffertys Stimme noch so präsent im Ohr ist, dass es schwer fällt, Carl Sentance zu akzeptieren. Shuffle Rock vom Schlage "Beggars Day", das an Led Zeppelins "Black Dog" oder Fleetwood Macs "Oh Well" gemahnende "Changin Times", das klassische Riff von "Hair Of The Dog" oder der Vorbote des Heavy Metal "Expect No Mercy" machen dann aber doch Spaß. Mit "Broken Down Angel" heißt es dann gut Nacht.

Das Publikum

Wie eingangs erwähnt, sieht man auch einige junge Leute im Publikum, der Club ist gerammelt voll, der Fokus liegt klar auf Nazareth, die Animationsversuche des Supports Luke Gasser verlaufen im Sande. Doch auch beim Hauptact ist die Stimmung meist im Bereich interessierter Gelassenheit. Man möchte einfach nochmal die Hits aus der Jugendzeit genießen, in Erinnerungen schwelgen und zum Rock’n Roll ein Bierchen trinken. Zu "Expect No Mercy" oder dem Everly-Brothers-Titel und Riesenhit "Love Hurts" wird dann aber auch mitgesungen. 

Was in Erinnerung bleibt

Die Titel sind immer noch sehr groovy, Carl Sentance versucht nicht zu kopieren, sondern interpretiert die Titel auf eigene Weise.

Fazit

Solide Rockshow, unvergessene Riffs und Songs, aber eine so markante Stimme wie die von Dan McCafferty ist einfach nicht aus den Ohren zu bekommen.

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