Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Richie Ramone und der Geist von einst
Nachrichten Kultur Richie Ramone und der Geist von einst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:38 12.07.2018
Von Thorben Bull
Richie Ramone in der Kieler Schaubude: ein Konzert für Punk-Nostalgiker. Quelle: Michael Kaniecki
Anzeige
Kiel

Der erste Eindruck

Die ersten zwei Songs („Durango“ und „Basement“) drischt Richie selbst in die Becken, entledigt sich dann seiner Lederjacke, wechselt ans Mikro und erkundigt sich nach der korrekten Aussprache der Stadt: „Kiel or Kyle?“ Im weiteren Verlauf sind Ansagen äußerst rar gesät, was aber nicht bedeutet, dass Richie lustlos wirkt.

Die Musik

Der typische und simple Drei-Akkorde-Punk war das Markenzeichen der Ramones und steht auch bei Richie immer noch hoch im Kurs: Nicht zu laut, nicht zu weich und die Parolen-Refrains in den Mittelpunkt stellend. Allerdings kommen auch Nummern wie „Better Than Me“, die Gitarrist Glenn Gilbert mehr Raum lassen, der Abwechslung zugute.

Das Publikum…

...nimmt die Songs wohlwollend auf, ohne sich jedoch allzu enthusiastisch zu zeigen. Hauptsächlich sind hier die Punk-Nostalgiker erschienen. Erst nach rund zehn Songs lösen sich einige Tanzende aus der stehenden Menge. Kein Wunder, ist ebenjener zehnte kein geringerer als „Blitzkrieg Bop“, der vielleicht berühmteste Ramones-Song. Den musste Richie einfach spielen, um keine langen Gesichter zu riskieren.

Was in Erinnerung bleibt

Richie wechselte öfter zwischen Schlagzeug und Mikro hin und her. Beim im wahrsten Sinne des Wortes verzerrten Depeche Mode Cover „Enjoy The Silence“ kam der Ex-Ramone an den hohen Stellen mit seinem Organ ins Schliddern. Doch wer hat jemals behauptet, beim Punk ginge es um Schönheit?

Fazit

Letztendlich obsiegte die (Punk-)Nostalgie. Richie Ramone und seine Band lieferten ohne große Höhepunkte trocken ab und die Songs beschworen noch einmal den Geist von damals.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Lesung Felicitas Hoppe - Auf der Suche nach Amerika

Fünf Wochen lang ist Felicitas Hoppe 2015 durch die USA gereist. Das daraus entstandene Buch "Prawda" stellte die Büchner-Preisträgerin im gut gefüllten Kesselhaus der Muthesius Kunsthochschule in der Reihe "Sprachkunst" vor. nd erwies sich einmal mehr als exquisite Vorleserin.

Ruth Bender 11.07.2018

Er war ein Mann mit vielen Talenten: Lisa Immordino Vreelands Doku „Love, Cecil“ (Kinostart am 12. Juli) erzählt aus dem Leben von Cecil Beaton, der als Hoffotograf der britischen Royals bekannt wurde, aber auch fünf Jahrzehnte englischen Lebens ablichtete. Für seine Mitarbeit an zwei Hollywoodfilmen erhielt er drei Oscars!

11.07.2018

„All That Reckoning“ – Nach sechs Jahren Pause erscheint das bislang politischste Album der kanadischen Band Cowboy Junkies (VÖ-Datum: 13. Juli). Hier besingen die vier Musiker das Leben in unsicheren Zeiten. Einer der Hauptadressaten ist ganz klar der Präsident des Nachbarlandes.

12.07.2018
Anzeige