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Kultur Das große Vielleicht des Mahler-Maestros
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06:06 10.07.2018
Fingerzeige eines Ahnungsvollen: Christoph Eschenbach probt mit dem Festivalorchester in der ACO Thormannhalle Gustav Mahlers Erste Symphonie. Quelle: Axel Nickolaus
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Büdelsdorf

Und schon geht es in die Vollen, denn der panische Tusch, den Gustav Mahler an den Anfang des Finalsatzes seiner „titanischen“ Ersten Symphonie gesetzt hat, ist schon rein spieltechnisch eine extreme Herausforderung.

Mimik und Zeichen statt vieler Worte

Das hier präzise auskomponierte Chaos kann der akustisch wunderbar belastbaren ACO Thormannhalle nichts anhaben. Und so darf der „Prinzipal“ Eschenbach am Pult es wagen, die rasant rasenden Fieberkurven in den stereofon links und rechts aufgeteilten Violinen noch mehr anzutreiben. „Erschrocken von sich selbst sein“, ist eine der wenigen verbalisierten psychologischen Bedienungsanleitungen, die der Maestro gibt. Alles weitere regeln Bewegungsblitze und das Sprechen der Mimik.

SHFO im Schnitt 22 Jahre jung aus 25 Nationen

Die jungen Musiker aus aller Welt, im Schnitt 22 Jahre jung, hängen hoch konzentriert an Zeichengebung und Notentext. Sie stammen aus 25 ganz verschiedenen Ländern, benutzen aber in der Musik eine gemeinsame Sprache – ein immer und immer wieder bewegendes Bild.

Sinn für die unendliche Melodie

Warum der Dirigent gerade für seine emotionalen Mahler-Interpretationen vielseits geschätzt ist, vermittelt sich in anschließenden Abschnitten, wo es auf das große Vielleicht ankommt. Wenn der Wiener Komponist des Fin-de-siècle eine melancholisch gefärbte Melodie ins Unendliche ausspinnt, fühlt sich der hypersensible Maestro in seinem Element. Vielleicht wird sie ja nie enden ... Vielleicht bleibt ja die Zeit stehen ... Vielleicht ist die Erinnerung der Vergangenheit ja das bessere Jetzt ...

Öffentliche Probentermine und Konzerte: www.shmf.de/oa

Von Christian Strehk

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