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16:14 07.10.2018
Von Sabine Tholund
Die Premiere ging in neoklassicher Choreografie als quirliges, farbenfrohes Spektakel über die von Lars Peter sparsam und effektvoll ausgestattete Bühne. Quelle: Olaf Struck
Kiel

Die Premiere ging in neoklassicher Choreografie als quirliges, farbenfrohes Spektakel über die von Lars Peter sparsam und effektvoll ausgestattete Bühne. Mit ihrer strahlenden Präsenz behauptet sich Keito Yamamoto alias Cinderella zunächst in mausgrauer Leinenkluft inmitten des geschäftig bunten Zirkusvölkchens.

Im ersten Akt wird sie umsorgt von drei Clowns, die in getanzter Akrobatik wie Kobolde um sie herumwirbeln und Yat-Sen Chang Oliva, Jean Marc Cordero und Didar Sarsembayev sind in der Publikumsgunst sehr schnell ganz weit oben. Ganz in Schwarz glänzt Victoria Lane Green in der Rolle der herrischen Zirkusdirektorin. Mit strengem Blick überwacht sie die Tanzübungen ihrer Elevinnen, bei denen ihre Töchter durch ungelenke Darbietungen auffallen (sehr schön affektiert und tölpelhaft am Petzi-Ball: Gulzira Zhantemir und Sabina Fashki).

Der zweite Teil gehört der Titelheldin 

Im ersten, von der Zirkusvorstellung dominierten Teil eher eine Randerscheinung, bekommt Cinderella im zweiten Akt den Raum, der einer Titelheldin zusteht. Zwischen dynamischen Ensembleauftritten zu mitreißenden Walzer- und Mazurka-Klängen (Musikalische Leitung: Daniel Carlberg), schwebt sie beim Ball im Schloss des Prinzen scheinbar schwerelos in die Arme des Hausherrn (elegant und sprunggewaltig; Amilcar Moret Gonzalez).

Beinahe originalgetreu wird hier das Märchen zu Ende erzählt: der Tanz mit der schönen Unbekannten, der verlorene Schuh, die Suche nach der verschwundenen Besitzerin und schließlich das Happy End, bei dem der Prinz seiner Prinzessin einen Ehering an den Finger steckt. So schön können Märchen sein.

Die Premiere von „Cinderella“ in Kiel ging in neoklassicher Choreografie als quirliges, farbenfrohes Spektakel über die Bühne.
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