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Kultur „Dancing Queen“ – Cher singt Abba
Nachrichten Kultur „Dancing Queen“ – Cher singt Abba
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17:50 27.09.2018
The Winner Takes It All: Cher – hier bei ihrem Auftritt anlässlich der Verleihung der Billboard Music Awards in Las Vegas – zollt der Musik der schwedischen Band Abba Tribut. Quelle: dpa
Los Angeles

Eine mächtige, dunkle Stimme, die uns über Jahrzehnte begleitete, hebt wieder zu singen an. Von „I Got You, Babe“ über „Half Breed“ und den „Shoop Shoop Song“ bis hin zu „Believe“, dem ersten Superhit mit Autotune sang sich die Amerikanerin Cher immer wieder in unsere Ohren, Herzen und oft auch in hohe Chartsregionen.

„If I Could Turn Back Time“ wünschte sich die Schönste neben Schneewittchen damals, anno 1989 und ist seither körperlich immer jünger geworden. In durchsichtigen Nichtsen von Bühnengarderobe stellt Cherilyn Sarkisian bei Konzerten bis heute gern die Arbeit der chirurgischen Schönheitsverlängerer aus. Und man zweifelt durchaus, ob sie jetzt 72 oder 27 ist.

Zum Abba-Fan wurde Cher durch den Film „Muriels Hochzeit“

Was sie machen würde, könnte sie die Zeit wirklich zurückdrehen? Sagen wir um 44 Jahre? Wahrscheinlich Annifrid aus dem Studio schubsen und Sängerin bei Abba werden.

Denn Cher, die jüngst in der Kinofortsetzung des Abba-Musicals „Mamma Mia“ eine Popdiva und Mutter von Meryl Streeps Donna-Figur spielte und dabei „Fernando“ zum Besten gab, schiebt nun ein ganzes Album voller Abba-Hits hinterher. „Dancing Queen“ heißt es – nach Abbas größtem Hit in den USA. Wobei Cher ja eigentlich die Goddess of Pop ist (als Queen of Pop wird gemeinhin ihre Kollegin Madonna – auch ein Abba-Fan - gehandelt).

Zur Abba-Anhängerin wurde Cher erst spät, als sie „Muriels Hochzeit“ (1994) sah, den Film über eine junge Frau, die sich mit der Musik der Schweden in ein Märchenleben träumte. Es war die Zeit, als alle Abba-Fans wurden und angeblich auch schon immer waren, selbst Leute, die Abba-Musik in Zeiten von Hardrock und Punk noch verachtet hatten.

Cher zeigt Begeisterung und Respekt für das Songmaterial

Die Synthpopper Erasure brachten 1992 eine EP mit Abbasongs heraus. U2 spielten im selben Jahr „Dancing Queen“ live - mit Björn und Benny in Stockholm. Das Musical „Mamma Mia“ brach ab 1999 Rekorde. Der Film dazu wurde 2008 ein Pop-Blockbuster. Keine Party ohne Abba-Runde. Und eine Milliarde für eine Tour der vier Originale. Was von denen abgelehnt wurde.

Cher zieht das Tempo an, verschärft die Beats, setzt Vokoder ein, nutzt Autotune bei „The Winner Takes it All“, weicht mit ihren von ihrem langjährigen Produzenten Mark Taylor Versionen aber nie wirklich weit von den Originalversionen ab. Man merkt ihr zugleich die Begeisterung für und den Respekt vor dem nicht einfach zu singenden Material an.

Nein, aus „Waterloo“ wird keine Ballade, aus „The Name of the Game“ kein Rocker. Der Auftakt von „SOS“ erinnert bei Cher ein wenig an John Carpenters Titelmusik zum Horrorfilm „Halloween“, dessen neueste Fortsetzung demnächst in den Kinos startet. Nur aus „One of Us“ wurde der Reggae rausgenommen. Die erste Single ist „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ - die Göttin des Pop wählt den Song, dessen Intro die Königin des Pop 2005 in ihren Hit „Hung up“ einbaute.

Eine neue Generation von Abbaianern wird herangezogen

Spaß macht das ganze hochklassige Karaoke trotzdem irgendwie. Schön, dass eine so junge Frau diesen unsterblichen Songs ihre Stimme leiht. Gewidmet hat Cher das Album ihrer Mutter. Unzweifelhaft wird es kommende Woche die US-Charts anführen. Ebenso unzweifelhaft wird damit die nächste Generation von Abbaianern angefixt. Die dann im Dezember zwei neue Songs von den echten Abba bekommen und danach irgendwann in Abbas geplante Avatarkonzerte strömen dürfen. Die Geschichte geht weiter.

Cher: „Dancing Queen (Warner), erscheint am 28. September

Von Matthias Halbig / RND

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