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Kultur Faszinierendes Verschmelzen der Stile
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21:00 21.09.2018
Von Thomas Bunjes
Brillantes Zusammenwirken: (v. li.) David Gadea, Nesrine Belmokh und Matthieu Saglio.
Kiel

Keine leeren Worte. Schon der Opener "Houzni" fasziniert mit dreistimmigem A-cappella-Intro, dann singt Belmokh mit voller, höchst gelenkiger Stimme Lautmalerisches, während sie virtuos das E-Cello zupft. Matthieu Saglio spielt die Saiten seines Akustik-Cellos wie die einer Gitarre, lässt die Töne perlen. Und Perkussionist David Gadea behände die Trommeln pochen und die Becken zischen.

Geburt des Trios in Valencia

Zusammengefunden hatten die drei Musiker im spanischen Valencia. Während ihrer gemeinsamen Aktivitäten hätten der Spanier Gadea und er immer wieder versucht, mit den Händen Sternschnuppen vom Himmel zu fischen, erzählt der Franzose Saglio eine romantische Geschichte. Und in Valencia sei es ihnen endlich gelungen. Sie trafen die Franko-Algerierin Nesrine Belmokh, die schon mit den Stardirigenten Daniel Barenboim, Zubin Metha und Lorin Maazel gearbeitet hat und von der Placido Domingo schwärmte: „An exceptional artist, a wonderful voice.“

Charismatische Sängerin, kongeniale Musiker

Nachvollziehbar, denn die charismatische Sängerin lotet auch im Lutterbeker ihre Stimme nach allen Seiten aus. Samtweich. Strahlend. Hauchzart. Massiv. Druckvoll. Voller Farben, voller Höhen und Tiefen, schwirrend, flatternd, schillernd. Ihr Gesang passt zu allen Songs vom exzellenten, drei Wochen alten Nes-Debütalbum "Ahlam", die Belmokh und Saglio geschrieben haben. Zum jazzigen Soul von "You Made It Hard For Me" mit den geschmeidigen Rhythmuswechseln. Zum sinnlichen, latinesken Jazz-Pop von "Bye Bye" („music is my exorcism“). Zum auf französisch gesungenen Gebet "Priere", einer gefühlvollen Ballade nur zum gezupften Akustik-Cello. Zum dramatischen, polyrhythmischen, perkussiven "The World Is Blue". Zu dem auf Algerisch gesungenen, atmosphärischen "Ahlam" mit seinen all seinen feinen Arabesken, bei dem Saglio und vor allem Gadea mit formidablen Soli glänzen. Und auch zur originellen, expressiven Version des Édith-Piaf-Klassikers "La Vie En Rose", die sich nicht auf der CD findet.

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