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Finks Festivalchor ehrt Lili Boulanger

SHMF Finks Festivalchor ehrt Lili Boulanger

Nicolas Fink bringt es auf den Punkt: Kaum zu fassen, was von Lili Boulanger noch zu erhoffen war, wäre ihre Hochbegabung nicht schon mit gerade einmal 24 Jahren, der Welt abhanden gekommen. Der riesige Schleswig-Holstein Festival Chor setzt ihr in der gut besuchten Christkirche ein Denkmal.

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Nicolas Fink hat seinen Festivalchor für eine feine Hommage an die 1918 viel zu früh verstorbene französische Komponistin Lili Boulanger geschult.

Quelle: Axel Nickolaus

Rendsburg. Wunderbar umrankt von den flirrenden und rauschenden Kaskaden, die der australische Pianist Philip Mayers aus dem offenen Steinway zaubert, trifft der SHFC genau die Ausdruckswerte und Farbtontemperaturen der fünf reichen, natursymbolistischen Sätze. Vom Frühlingsstrahlen in "Renouveau" bis zum finalen Herbstseufzer in "Soir sur la plaine" changiert das Klangfeld.

Fink setzt auf samtweich ausgeschwungene melodische Kurven, hörbar präzise austariert in den Vokalfärbungen. Die Stimmen, nur selten von Un- oder Überschärfe sowie kleinen Hakeleien (Männerchor "Pendant la tempête") getrübt, sonieren auf diese Weise warm und schön. Die anspruchsvollen Hobbysänger haben vor allem in der griechischen Sopranistin Fanie Antonelou eine wunderbar vollmundig vielgestaltig singende Solo-Partnerin.

Johannes Brahms’ Gesänge und Quartette hat man von wendig schlanken Kammerchören im Ohr und ist deshalb eventuell irritiert von neuen Farbwerten. Doch wenn die Masse dann erstaunlich beweglich ins Brausen kommt ("Verlorene Jugend") oder Klaus Groths "Herbst"-Stimmungen einmal in Öl und nicht in Tusche gemalt werden, stellt sich ebenso Faszination ein. Anhaltend großer, mit Bravi gemischter Beifall.

Von Christian Strehk

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