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Kultur Kunst aus dem Chaos
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08:00 06.12.2018
Von Sabine Tholund
Fantasievolle Entfremdungen: Vladimir Seleznyov. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ kehrt dem Betrachter den schwarz bemäntelten Rücken zu. Das Motiv ist vertraut und gleichzeitig fremd, denn in der Ferne rechts neben dem berühmten Wandersmann ragt ein Berg empor, den man von Gemälden des Japaners Hokusai kennt: der Fuji. Seleznyov hat beides zusammengebracht.

Aus der "kulturellen Mülldeponie"

Die unzähligen Bilder aus der Kunstgeschichte, die man im Laufe des Lebens im Kopf sammelt, bezeichnet er als „kulturelle Mülldeponie“ – und genau diese Deponie ist die Quelle seiner Kunst. Neben erinnerten Bildern, die er in gewagten Kombinationen direkt mit dem Pinsel aufs Papier bringt, arbeitet er in Collagen mit Abbildungen aus Katalogen, seinem „Archiv“. So hat er etwa ein in Russland berühmtes Porträtgemälde Lenins mit markanten Maori-Tattoos überzogen oder die heroische Statue eines sowjetischen Jägers mit weißem Stift in eine Geistererscheinung verwandelt.

Nicht zum ersten Mal in Kiel

Unlängst für den renommierten Kandinsky-Preis nominiert, ist Seleznyov in seiner russischen Heimat kein Unbekannter. In Kiel war er vor Jahren schon zu Gast, die Stadtgalerie besitzt Arbeiten von ihm. Im ONspace zeigt er neben Malerei und Collagen ein Video mit bearbeiteten Fotografien sowie eine Rauminstallation, die mit der Tradition asiatischer Geisterhäuser spielt.

Iltisstraße 10. Eröffnung Donnerstag, 6. Dez., 19 Uhr. Bis 24.1. Täglich 15-18 Uhr (geschlossen 21.12.- 5.1.2019).

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