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Kultur Abschied von Minka Zimmermann
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10:00 30.08.2018
Von Jens Rönnau
Minka Zimmermann 2014 in ihrem Haus in Sörup. Quelle: Jens Rönnau
Sörup

Zu sehen waren Minka Zimmermanns Arbeiten auf mancher Landesschau und in überregionalen Ausstellungen. Auch beim Skulpturensommer in Bissee wurden sie gezeigt, im Neumünsteraner Museum Tuch und Technik und zuletzt anlässlich ihres 100. Geburtstags in Lassan an der polnischen Grenze – und immer war die Künstlerin dort selbst erschienen.

Flechtfiguren nach berühmtem Vorbild

Die konisch zulaufenden Flechtfiguren haben ein berühmtes Vorbild: Sie sind Gemälden des berühmten Surrealisten Mac Zimmermann nachempfunden. Mit ihm war die Künstlerin und Kunsthandwerkerin 1942 bis 1948 verheiratet, zwei ihrer drei Kinder stammen aus dieser Ehe. Bis zuletzt hatte Minka Zimmermann in ihrem kleinen Haus mit Atelier in Sörup gelebt – ihr erster Sohn Michael Manjock, heute 82 Jahre alt, hatte es ihr 1992 dort gebaut, als die Künstlerin schon 78 Jahre alt war. Sie hat dann noch fast ein Viertel Jahrhundert dort gewohnt und gearbeitet, mit zunehmendem Alter liebevoll behütet von ihrem Sohn.

Am Lerchenfeld in Hamburg ausgebildet

1931 bis 1934 studierte Minka Zimmermann an der Landeskunstschule am Lerchenfeld der Hansestadt. 1939 absolvierte sie ihre Webmeisterprüfung in Berlin. Im selben Jahr zog sie mit Mac Zimmermann dorthin. 1946 stellte das Künstlerpaar in der bedeutenden Berliner Galerie Gerd Roosen aus – der ersten Nachkriegsgalerie Deutschlands.

Freude am Experiment

Materialbegeisterung und Freude am Experiment führten bald dazu, dass auch Dinge wie Hanf, Stroh, Sisal, bunte Bänder bis hin zu Kunststoffschläuchen zu reliefartigen Bildteppichen wie auch zu bizarren Masken verarbeitet wurden. In Timmendorfer Strand, wo Minka Zimmermann lange mit der Malerin und Bildhauerin Lilo Peters zusammenlebte, fand sie dafür nicht nur passende Materialien am Strand, sondern eines Tages auf einer Baustelle auch jene schwarzen, grünen oder weißen Packbänder aus Kunststoff. Sie wurden in Wandbehänge eingewoben. 1989 entstand daraus die erste große Flechtfigur: schlank, weiblich mit langem Kleid, überlangen Armen und abstrahiertem Kopf. Bis heute lassen sie in Sörup den Garten von Minka Zimmermann und Michael Manjock wie eine verwunschene Rauminstallation erleben.

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