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Kultur Stahlbad und wildes Ritual
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13:10 23.09.2017
Von Kai-Peter Boysen
Inner Axis beim CD-Releasekonzert "We live by the steel" im Roten Salon der Pumpe Quelle: Kai-Peter Boysen

Der erste Eindruck

Inner Axis: Die drei Effs (Fans, Freunde, Familie) haben sich im Roten Salon der Pumpe versammelt und lauschen, teils mattenschwingend, den ersten schnellen Riffs des Fünfers, der gut sortiert und souverän seine Show und damit sein Ding durchzieht.

NoM: Da man nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, ist der erste Eindruck eigentlich ein zweiter; und der ist ebenso positiv: Etwas dichter gedrängt und mit mehr Bewegung wird den harten Klängen gefrönt. Der bullige Capt. Koch stapft unruhig vor der Bühne auf und ab und ergänzt brüllend die Gesangsparts von Wolle an Gitarre und Gesang.

Das Programm

Inner Axis: Stahl ist der Stoff, aus dem Inner Axis‘ Träume sind. Daher ist das neue Album auch mit „We Live By The Steel“ treffend benannt. Die neue Single „Storm Lords“ galoppiert krachend durch den Saal, mit „Blades Of Death“ wird eine weitere Hochgeschwindigkeitshymne direkt hinterher gejagt. Der Sound ist aus einem Guss, sehr melodische und mit geschmeidigen Soli gespickte Gitarrenklänge unterfüttern den Gesangsvortrag des in sich ruhenden Sängers Kai. Klassiker wie „The Punisher“ ergänzen das neue Material.

NoM: Das neue Album heißt „Savage Ritual“ und dementsprechend wild geht es auch zu. „The Big Takeover“ oder „16 Valve Year“ sind hemmungslose Riff-Attacken und entfesselter Stimmvortrag. Der Sound ist bretthart, aber gut differenziert, daher akustisch bestens goutierbar. „Riot - at the role play bar, I don’t wanna sell my soul to anything, anything you are“, unangepasst und immer für Überraschungen gut ist das fulminante Quintett. Auch hier viele alte Schmankerl wie „Kill All Monkeys“ oder „Dead For Life“.

Das Publikum

Inner Axis: Einen Innovationspreis drohen Inner Axis nicht zu erhalten, vielleicht ist daher das Publikum schon älteren Jahrgangs, auch wenn einige Nachwuchsmetaller darunter sind. Man genießt beim Bierchen den stählernen Vortrag, applaudiert kräftig und ist auch bei Gesangseinlagen präsent.

NoM: Dem Geschehen auf der Bühne entsprechend ist das Publikum etwas bewegungsfreudiger, die von einem Kellner im Affenkostüm gereichten „Pfeffis“ werden gern gekippt und ein kurzer Konfettiregen passt auch gut in die gelöste Stimmung.

Was in Erinnerung bleibt

Da stehen zwei Bands auf den Bühnen, die schon lange zusammen sind, und das merkt man, denn beide strahlen auf ihre Weise trotz ihrer harten Musik, die energetisch nach vorne geht, eine routinierte Ruhe aus.

Fazit

Zwei Bands, die unbeirrt ihren Weg gehen; Inner Axis folgen in Show, Posing und Lyrik dem klaren Regelwerk des True Metal. NoM gehören in ihrer unberechenbaren Melange aus Hardcore; Punk; Stoner und Metal zu den spannendsten Vertretern der Kiel Rock City Szene.

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