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Kultur Uwe Tellkamp sagt Lesereise im Norden ab
Nachrichten Kultur Uwe Tellkamp sagt Lesereise im Norden ab
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14:43 15.03.2018
Schriftsteller Uwe Tellkamp (links) und Dichter Durs Grünbein sitzen bei der Diskussionsveranstaltung "Streitbar!" mit Moderatorin Karin Großmann, Cefreporterin der Sächsischen Zeitung im Kulturpalast auf der Bühne. Nach umstrittenen Äußerungen des Schriftstellers Uwe Tellkamp hat sich der Suhrkamp-Verlag von seinem Autor distanziert. Quelle: Dietrich Flechtner/dpa
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Eckernförde/Hamburg

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp hat seine im März geplante Lesereise in Norddeutschland nach Angaben des Eichthal-Verlags abgesagt. "Der Autor Uwe Tellkamp fühlt sich nach den Vorkommnissen bei der Diskussion in Dresden momentan nicht in der Lage, Lesungen vor Publikum durchzuführen", teilte der Verleger der Edition Eichthal, Jens-Uwe Jess, am Donnerstag mit. Es sei nicht gelungen, diesen Entschluss rückgängig zu machen. "Herr Tellkamp sieht eine nicht unerhebliche Gefahr, dass seine Lesungen zweckentfremdet und von Kräften gekapert werden, die mit Literatur wenig oder nichts zu tun haben."

Tellkamp hatte in Dresden bei einer Diskussion Positionen der AfD und der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vertreten und sich mit dem Dichter Durs Grünbein einen verbalen Schlagabtausch um die Flüchtlingspolitik und Meinungsfreiheit geliefert. In Schleswig, Kiel, Lübeck und Hamburg (19. bis 23. März) sollte der Dresdner Autor aus seinem Werk "Die Carus-Sachen" lesen, das bei Edition Eichthal erschienen ist, sowie aus "Lava", der noch unveröffentlichten Fortsetzung von "Der Turm" (2008).

"Tellkamp ist als Autor hochwichtig. Und es ist überhaupt nicht notwendig, dass ich in allen Teilen seiner Meinung bin", sagte Jess der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. In den "Carus-Sachen" schildert der studierte Arzt Tellkamp nach Angaben des Verlags im Rahmen einer Vater-Sohn-Beziehung das Leben und Werk seines Dresdner Vorgängers, des Mediziners, Schriftstellers und Naturphilosophen Carl Gustav Carus. Die Versöhnung von Natur und Technik sei ebensowichtig wie die Meinungsfreiheit, ergänzte Jess.

Von dpa

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