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Kultur „Es geht doch vielen so wie mir“
Nachrichten Kultur „Es geht doch vielen so wie mir“
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18:39 14.03.2019
Von Thorben Bull
Mario Barth bei seinem Auftritt 2018 in Kiel: "In Kiel habe ich immer eine sensationelle Show".
Kiel

„Männer sind faul, sagen die Frauen“ ist das bereits sechste Live-Programm, das sich auf die Missverständnisse zwischen Frauen und Männern stützt. Weshalb ist das Thema niemals auserzählt?

Mario Barth: Wenn man mit einer Partnerin zusammenlebt, dann kommt die jede Woche auf neue, lustige Ideen. Der Trend, die Mode ändert sich. Hatte man früher gar keine Vorhänge an den Fenstern, jetzt braucht man welche. Damals durften die nicht auf den Boden aufsetzen, jetzt müssen sie es. Kann ich mir seit einer Woche anhören. Aber es geht ja nicht um meine Frau in meinem Programm, sondern um den Alltag. Es ist zum Beispiel irre, dass wir wegen dem Datenschutz ein Riesenfass aufmachen. Heutzutage muss jeder einen Zettel unterschreiben, wenn der Arzt dich weiterschickt. Die neuen Samsung-Fernsehgeräte sind auch ein geiles Thema. Keine Fernbedienung mehr mit Zahlen drauf, sondern man spricht rein, was wiederum das Zappen erschwert. Die wollen einfach die Menschen fertigmachen. Wenn du heute einen Fernseher programmieren willst, brauchst du einen Abschluss vom MIT.

Sind die Anekdoten aus eigener Erfahrung das Erfolgsrezept, weil die Leute sich damit leicht identifizieren können?

Ich glaube einfach, dass es im Alltag vielen so geht wie mir. Ich bin ja kein besonderer Mensch. Auch als Prominenter habe ich dieselben Probleme wie alle, wenn ich mir einen neuen Fernseher kaufe. Meine Mutter hatte drei Monate kein Internet, weil sie gar nicht wusste, wo sie anrufen sollte. Sowas kennen die Leute und die sagen dann: „Alter, dem geht das genauso.“

Ist der Humor des Publikums denn in allen Städten genau gleich?

Ich habe glücklicherweise kein Ost-West-Gefälle. Ganz im Gegenteil. Der Grund, warum wir bislang noch keine CD in Kiel aufgezeichnet haben, ist, weil die Leute zu laut lachen. In Kiel habe ich immer eine sensationelle Show. Stuttgart ist eine andere Stimmung. Der Schwabe hört wahnsinnig gut zu. Man sagt dem Schwaben ja Geiz nach, deswegen sagt der: „Ich habe 40, 50 Euro bezahlt, also höre ich mir jedes Wort an.“ Man kann aber nicht sagen, hier läuft es super und woanders überhaupt nicht.

Gibt es Vorteile- und Nachteile von großen Arenen im Gegensatz zu den kleineren Hallen aus der Anfangszeit?

Letztendlich macht es ja der Blickwinkel aus. Es gibt zwei Arten von Fans. Die einen, die total gerne mit ganz vielen Menschen zusammen feiern wollen. Und gibt es diejenigen, die sagen, es ist mir zu groß. Allerdings ist es das Gleiche, wenn ich in der großen Halle in der achten Reihe sitze oder im kleinen Saal in der achten Reihe. Übrigens haben wir seit diesem Jahr fest verkaufte Sitzplätze, weil wir gemerkt haben, dass die Leute sich nicht um 16 Uhr anstellen wollen, damit sie um 20 Uhr vorne sitzen.

Wie kommen Sie eigentlich mit dem Starrummel zurecht, wenn Sie etwa beim Einkaufen erkannt werden?

Ich war mal im Supermarkt mit meinem Freund Paul Panzer. Da sind uns zwei Verkäuferinnen hinterhergelaufen, tuschelten und sagten: „Er kauft Tomaten.“ Ich bin hingegangen und habe gesagt: „Und gleich auch noch Mozzarella.“ Da habe ich an deren Blick gemerkt, dass sie dachten: Was habe ich hier eigentlich gerade gemacht? Neulich bei Rossmann habe ich mir einen Nagelknipser gekauft, hinter mir ein Pärchen. Er sagt: „Mario Barth vor uns.“ Sie sagt: „Im Leben nicht. Der kauft so was doch nicht selber.“ Ich habe kein Personal, das alles für mich einkauft, während ich herumsitze und getragen und gewaschen werde. Es ist interessant, was manche Leute glauben, wie man als Prominenter lebt. Sobald ich nach Hause komme wird das sowieso gänzlich ignoriert und ich muss den Müll runterbringen.

Können Sie sich vorstellen, eines Tages noch mal etwas anderes zu machen?

Vielleicht mache ich einen Gewürzladen auf. Es gibt keinen Ort auf der Welt, der so geil riecht. Ich bin da echt anfällig, ähnlich wie Frauen bei Taschen. Ich muss immer Gewürze kaufen und dann fange ich an, damit zu kochen. Aber solange es Spaß macht, bleibe ich natürlich bei der Comedy.

Gastspiel am Sonnabend, 16. März, 19 Uhr, Sparkassen-Arena, Europaplatz 1, Kiel, Karten: Tel. 0431 - 98 210 226, www.kn-tickets.de

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