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Kultur Eröffnung mit Meir Shalev
Nachrichten Kultur Eröffnung mit Meir Shalev
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19:00 26.07.2018
Von Ruth Bender
Ehrengast Meir Shalev (li.) mit Übersetzerin Avi Bolotinsky. Quelle: Roessler Lutz
Lübeck

Es hat seine besondere Art, wie Meir Shalev (Jg. 1948) auf die „Saboteure“ in seinem Garten reagiert. Egal, ob das eine Hochzeitsgesellschaft ist, die das mit dem Mohnblumenmeer locker in die Landschaft ausgreifende Areal als freie Natur begreift. Obwohl der Hausherr seinem Unmut Luft macht. Oder die Blindmaus, die in Israel bei Gartenbesitzern ähnlichen Zorn hervorruft wie hierzulande der emsige Maulwurf. Am Ende, nach allerlei so brachialen wie erfolglosen Versuchen, sich des Untertage-Nagers zu entledigen, bleibt Shalev die parabelhafte Erkenntnis, dass es wohl besser sei, sich mit dem Eindringling zu arrangieren: „Seither verwalten wir den Konflikt ...“

„Einen besonderen und wichtigen Schwerpunkt“, befand Kulturministerin Karin Prien wie Avraham Nir-Feldklein als Gesandter der israelischen Botschaft hervorheben  im Festsaal der Gemeinnützigen. Shalevs Buch übrigens hatte die Ministerin gerade im Urlaub mit hörbarem Genuss gelesen und im Garten des Autors die Zerrissenheit und Vielfalt des Landes entdeckt.

Was der Schriftsteller vom Gärtner lernen kann ...

Was ein Schriftsteller von einem Gärtner lernen könne, fragt Projektleiterin Sara Dusanic vom Literaturhaus ihren Gast auf dem Podium. „Geduld!“, antwortet mit feinem Lächeln der Autor. Es braucht seine Zeit, bis die Pflanzen blühen oder die Worte. Und nachdem man außerdem einige von Etgar Kerets (Jg. 1967) absurd komischen Schilderungen aus dem israelischen Alltag gehört hat sowie den erstaunlich frischen Überlegungen Ephraim Kishons (1924-2005) zu seinem Land gefolgt ist, stellt sich ein Gefühl ein: Die kurze Form mit ihrem hintersinnigen Witz, sie scheint eine beflügelnde Spezialität der Literatur Israels zu sein.

27. Juli, 20 Uhr, liest Meir Shalev in Kiel im Literaturhaus, Schwanenweg 13, Alter Botanischer Garten.

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