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Kultur Fazit nach Heikendorfer Bilderstreit
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09:01 06.04.2018
Von Maren Kruse
Kai Piepgras in seinem Atelier in Heikendorf.
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Heikendorf-Kiel

Das Heikendorfer Rathaus war im März so etwas wie ein mediales Schlachtfeld. Wie tief sind die Gräben noch?

Für mich gibt es eigentlich gar keine Gräben. Aber wie schade, am Ende haben sie sich dann doch aufgetan. Es gab die eine oder andere Äußerung des Bürgermeisters auf Facebook, die so nicht stimmte und die für mich auch auf einem Niveau stattfand, das der Sache nicht angemessen war. Alexander Orth und ich haben das Ganze sehr lange mit beidseitigem Humor, mit Respekt, Gelassenheit und viel Heiterkeit nehmen können. Ich fand das der Situation sehr angemessen. Aber auf den letzten Metern wurde es doch etwas unangenehm ...


Hatten Sie nach dem Eklat, der als Provinzposse durch die Medien ging und Ihnen viele Solidaritätsbekundungen eingebracht hat, mit der SPD-Gemeindevertreterin Karla Schmerfeld noch Kontakt?

Ja, zum Glück konnten wir am Rande von Fernsehaufnahmen kurz reden. Ich habe mich von dem furchtbaren Shitstorm, der über sie hereingebrochen ist, distanziert. Leider lag es nicht in meiner Macht, das zu verhindern. Ich finde, gerade Menschen, die anderer Meinung sind als man selbst, muss man mit besonderer Freundlichkeit und Respekt begegnen. Viele haben das nicht getan, das finde ich furchtbar.


Sie leben seit 20 Jahren in Heikendorf. Hat die Aufregung um Ihre Bilder Ihren Alltag verändert?

Nö, ich verhalte mich nicht anders. Aber als die Sache so hochgekocht war, konnte ich hier am Wasser nicht mehr spazieren gehen. Am Sonntag nach der KN-Veröffentlichung wollte ich mal weg vom Computer und all den E-Mails – und habe gestaunt. Jeder Dritte sprach mich an, sicherte mir seine Solidarität zu, meinte, ich solle durchhalten.


Viele Ihrer weiblichen Bildmotive stehen ja eher für eine Art seidiger Soft-Erotik. Jede Dessous-Werbung zeigt mehr. Sie spielen mit Andeutungen, haben als Maler sichtlich Lust an der schönen Oberfläche. Das ist nicht drastisch und schon gar nicht obszön. Hätten Sie gedacht, dass Ihre Bilder so ein Anwurf treffen könnte?

Niemals, niemals! Ich bin seit 25 Jahren in diesem Geschäft, habe 250 Ausstellungen quer durch Europa gehabt, aber es ist nicht ein einziger sexistischer Vorwurf an mich herangetragen worden. Natürlich gibt es Menschen, die meine Bilder nicht mögen, sie als nicht künstlerisch empfinden. Jeder hat seine Vorlieben, damit kann ich leben. Aber der Vorwurf, sie seien sexistisch, ist kein Kavaliersdelikt. Das ist nicht an mir abgeperlt.

Sie sind doch ins Grübeln gekommen?

Es hat mich einige Zeit tatsächlich belastet, und ich habe mich vor meinen Computer gehockt und mich gefragt, ob das zutrifft. Aber ich konnte es nicht finden, beim besten Willen nicht.

Das gesamte Interview lesen Sie in unserer Freitag-Ausgabe.

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