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Kultur Filmen und Lehren: Zum 70. des Kieler Filmemachers Kurt Denzer
Nachrichten Kultur Filmen und Lehren: Zum 70. des Kieler Filmemachers Kurt Denzer
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18:48 03.08.2009
Kiel

Heute wird Kurt Denzer 70 Jahre alt und sieht sich noch lange nicht am Ende seiner Aktivitäten.

Nicht unbedingt großes Kino, aber ein Leben, das in vielen Linien verläuft und immer wieder wie dramaturgisch geordnet in ein Thema mündet. Kurt Denzer ist in Berlin geboren und erzählt schon als Schüler seine ersten Geschichten im 8mm- oder 16mm-Format. Das Studium der Germanistik und Altphilologie wird er mit einem filmhistorischen Thema abschließen: Untersuchungen zur Filmdramaturgie des Dritten Reiches. Der Praktiker Denzer schließt sich unterdessen den künstlerischen Arbeitsgemeinschaften im Kieler Studentenwerk an, es entstehen Streifen wie B-JJ 459, ein Slapstick-Vergnügen mit einem 2 CV als Hauptdarsteller, oder Floret academia, eine satirische Dokumentation des 300-jährigen Universitätsjubiläums.

Indes verzögert sich die Annahme der Promotionsarbeit, trotz tätiger Unterstützung durch den Doktorvater Karl-Otto Conrady, und Denzer wird Gymnasiallehrer in Neumünster. „Ich bin mit Leib und Seele Pädagoge“, sagt er, mag sich aber von der Welt des Films und seiner Festivals nicht lösen. So wird er 1974 Mitbegründer der LAG Film, über die erstmals eine finanzielle Förderung des filmischen Nachwuchses im Lande etabliert wird. Auch später, bei der Gründung der kulturellen Filmförderung und der Kieler Filmwerkstatt, spielt Denzer eine entscheidende Rolle

1984 lässt sich Kurt Denzer, inzwischen längst promoviert, aus dem Schuldienst als Leiter der Arbeitsgemeinschaften am Studentenwerk abordnen und erhält Aufträge, Filme für das neue Schleswiger Haithabu-Museum herzustellen: Vom Baum zum Einbaum oder Die Welt der Wikinger entstehen als die wichtigsten Titel, professionell gemachte, spannend-informative Dokumentarfilme, die noch heute im Museum gezeigt werden und nach Denzers Überzeugung „Millionen einspielen“. Die fruchtbare Arbeit kann Denzer fortsetzen, zum Beispiel mit dem Universitäts-Porträt Wasser, Wolken, Wissenschaft, obwohl die Film AG in ihrer bisherigen Form aufgelöst und stattdessen die Arbeitsgruppe Film der Universität gegründet wird, die bis 2004 besteht.

Kurt Denzer hat sich inzwischen als archäologischer Dokumentarfilmer internationale Preise und einen so guten Ruf eingehandelt, dass an der Gründung eines eigenen Filmfestivals kein Weg mehr vorbei führt.

Cinarchea versammelt 1994 erstmals die Fachleute des Archäologie-Dokumentarfilms in Kiel, und für den Initiator und Leiter dieses Festivals bedeutet längst die Anerkennung der Kollegen aus der ganzen Welt eine weit stärkere Motivation als die Unterstützung aus der einheimischen Kulturpolitik. So wird es, verspricht Denzer, im Frühjahr 2010 eine neunte Cinarchea geben. „Und die Voraussetzungen, das Treffen und den Wettbewerb weiterzuführen, sind geschaffen.“ Für einen Festival-Chef mag das nach geplantem Rückzug klingen, der Filmemacher Kurt Denzer aber sollte aktiv bleiben. Er erweist sich allemal als präziser, gewitzter Beobachter - möglichst weiter mit der Kamera.

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