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Kultur „Catch Me“ – Nicht nachdenken, nur laufen lassen
Nachrichten Kultur „Catch Me“ – Nicht nachdenken, nur laufen lassen
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06:01 25.07.2018
Der Wegrenner und die Überflüssige: Jerry (Jeremy Renner) will heiraten, vorher konnte ihn kein Mensch je fangen, Rebeccas (Annabelle Wallis) Rolle steht im Drehbuch – warum, weiß keiner so genau. Quelle: Foto: Warner
Hannover

„Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir nicht mehr spielen.“ Dieser Satz fällt am Anfang dieser Männerkomödie und macht gespannt auf das, was kommen könnte – und das ist zunächst ein kurzer Rückblick in die Schulzeit.

Auf einen hoffnungsvollen Auftakt folgt die große Enttäuschung

Fünf Jungs spielen Fangen, der gewiefte Jerry entkommt immer. Auch als Erwachsene macht das Quintett weiter mit diesem Spiel, jedes Jahr im Wonnemonat Mai. Bei der 30. Auflage schließen sich Hoagie, Bob, Chilli und Sable (Ed Helms, Jon Hamm, Jake Johnson, Hannibal Buress) zusammen, um Jerry (Jeremy Renner), dem einzig unbesiegten Spieler, endlich an den Kragen zu gehen. Die Chancen stehen gut: Jerry heiratet.

Groß ist die Enttäuschung nach diesem hoffnungsvollen Auftakt: Männer strampeln sich in „Catch Me“ an infantilen Ritualen ab und toben ohne ein Fünkchen Verstand durch die Handlung, die daraus besteht, sich immer neue Strategien einfallen zu lassen, die der Gejagte clever unterläuft.

Dagegen wirkt „Hangover“ wie ein intellektuelles Scharmützel

So richtig angekommen im Leben ist keiner der fünf Typen, die nicht erwachsen werden wollen. Als weibliche Verzierung dienen die Braut (Leslie Bibb), die keinen Stress am Hochzeitstag möchte, und ein resolutes Weib (Isla Fisher), das die Kerle bei ihrem Unfug anfeuert, sowie eine überflüssige Reporterin (Annabelle Wallis).

Die Aneinanderreihung platter Scherze und vulgärer Anmacheversuche lassen „Hangover“ wie ein intellektuelles Scharmützel erscheinen. Von der wahren Geschichte, auf die der Film basieren soll, bleibt nur eine alberne Hollywoodstory, die am Ende zur sentimental-schlichten Buddy-Movie mutiert. Das geflügelte Wort vom „Kind im Manne“ wäre hier eine Beleidigung für alle Kinder.

Von Margret Köhler / RND

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