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Kultur „Nur ein kleiner Gefallen“ – Weiblich unberechenbar
Nachrichten Kultur „Nur ein kleiner Gefallen“ – Weiblich unberechenbar
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17:00 06.11.2018
Erst verzaubert, dann in Panik: Stephanies (Anna Kendrick) neue Freundin Emily ist verschwunden – mitsamt Stephanies Sohn. Quelle: Foto: Studiocanal
Hannover

Stephanie ist aus ihrer kleinen Vorstadtexistenz nie herausgekommen. Seit dem Unfalltod des Ehemannes kümmert sie sich allein und mit Hingabe um die Erziehung ihres Sohnes. Ihr Übermutti-Leben gerät aus den Fugen, als sie Emily kennenlernt, mit deren Sohn sich ihr eigener in der Schule angefreundet hat.

Emily ist eine Femme fatale wie aus einer Chandler-Verfilmung

Die anderen Eltern rümpfen die Nase über die Geschäftsfrau, der Rabenmutter-Qualitäten nachgesagt werden. Aber als Emily (Blake Lively) im elegantem Businessanzug aus dem Auto steigt, ist Stephanie (Anna Kendrick) sofort verzaubert von ihrer mondänen Erscheinung.

Wie eine Femme fatale in einer Raymond-Chandler-Verfilmung tritt Emily in ihr Leben. Sie hat alles, was Stephanie nicht hat: einen schillernden Job als PR-Beraterin in New York City, einen superhübschen Ehemann, unerschöpfliches Selbstbewusstsein und kiloweise Sexappeal, für das auch Stephanie empfänglich ist.

Für ein paar Tage soll Stephanie auf Emilys Sohn aufpassen, weil dringende Geschäfte nach Miami rufen. Aber Emily verschwindet spurlos, und das ist erst der Anfang mysteriöser Verwicklungen.

In Paul Feigs Thriller gerät ein Film-noir-Plot außer Rand und Band

Mit sichtbarem Genuss installiert Paul Feigs „Nur ein kleiner Gefallen“ in der blitzblanken amerikanischen Vorstadt einen Film-Noir-Plot, der außer Rand und Band gerät. Augenzwinkernd werden hier Elemente des Mysterythrillers aus- und wieder eingepackt, erotische Anziehungskräfte auf ungewohnte Bahnen gelenkt und kriminalistische Verrätselungsstrategien eingesetzt, aus deren Auflösung man eine ganze Soap-Opera-Staffel ernähren könnte.

Kendrick und Lively überzeugen als optimales Gegensatzpaar, gerade auch weil ihre Figuren so hübsch unvorhersehbar über sich hinauswachsen.

Von Martin Schwickert / RND

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