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Kultur „Sweethearts“ – Vorsicht vor dieser Geisel
Nachrichten Kultur „Sweethearts“ – Vorsicht vor dieser Geisel
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06:00 12.02.2019
Diese Beifahrerin nervt: Franny (Karoline Herfurth, l.) und Mel (Hannah Herzsprung). Quelle: Foto: Warner Bros.
Hannover

Von Geiseln wie Franny ist Geiselnehmerinnen dringend abzuraten. Die Frau ist ein Nervenbündel, gefangen in Angstattacken, ein Frau gewordenes Risiko. Aber was soll Mel machen?

Karoline Herfurth kostet die Reibereien in „Sweethearts“ aus

Franny (Karoline Herfurth) war die Einzige, die in der Fußgängerzone herumstand, als der Sicherheitsmann aus dem Juweliergeschäft mit seiner Pistole auf Mel (Hannah Herzsprung) zielte. Alle anderen Passanten waren in Deckung gegangen, Franny klaubte panisch ihre Handtaschen-Utensilien zusammen. Jetzt hat die toughe Mel die Chaotin auf der Flucht vor Polizei wie auch Gangstern an der Backe. Dabei will sie nur die Klunker verhökern und zurück zu ihrer kleinen Tochter, die zu Hause auf ihr versprochenes Wonder-Woman-Kostüm wartet.

Was für eine Geiselnehmerin eine Katastrophe ist, ist für eine Komödie eine dankbare Konstellation. Karoline Herfurth, Hauptdarstellerin, Regisseurin und Drehbuch-Koautorin in einer Person, kostet die Reibereien weidlich aus. Manche slapstickhafte Situation begleitet die unvermeidliche Annäherung zwischen den beiden so gegensätzlichen Frauen.

So ganz passen die Einzelteile von „Sweethearts“ nicht zusammen

Irgendeinen Mehrwert darüber hinaus sollte man nicht erwarten. Es ist, als hätte sich die Regisseurin großzügig in einem Setzbaukasten für Roadmovies bedient. So ganz wollen die Einzelteile nicht immer zusammenpassen. Soll das hier jetzt romantisch, hardboiled oder doch komisch sein? Egal. Wild und gefährlich ist hier nichts. Ungewöhnlich schon: Ein ebenfalls als Geisel mitgeschleppter Polizist (Frederick Lau) dient zuallererst dem sexuellen Amüsement. Früher mussten für so etwas immer Frauen herhalten.

Von Stefan Stosch

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