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Kultur „Filmstars Don’t Die in Liverpool“: Eine Frau geht ihren Weg
Nachrichten Kultur „Filmstars Don’t Die in Liverpool“: Eine Frau geht ihren Weg
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07:02 05.04.2018
Liebe bis zum Schluss: Peter Turner (Jamie Bell) und Gloria Grahame (Annette Bening). Quelle: Sony
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Hannover

Eine wahre Geschichte: Die US-Schauspielerin Gloria Grahame spielte an der Seite von Humphrey Bogart und James Stewart. Im Alter von 29 Jahren gewann sie den „Oscar“ als beste Nebendarstellerin in Vincente Minellis „Stadt der Illusionen“. Doch Illusionen hatte Gloria Grahame keine. Ihre vier Ehen sorgten für bösen Klatsch – und dass sie den Sohn ihres zweiten Ehemannes Nicholas Ray verführte und heiratete,

kam in Hollywood gar nicht gut an. Ihr Ruhm verblasste.

Sie schlug sich mit kleineren Rollen durch. In den späten 1970er Jahren spielte Grahame (verkörpert von Annette Bening) in London Theater und lernt ihren Zimmernachbarn kennen, Peter Turner (Jamie Bell), einen jungen Schauspieler aus Liverpool. Erst leiht er ihr ein T-Shirt, dann ist er Sparringpartner beim Tanzen zu den Klängen von „Stayin’ Alive“, und plötzlich bricht die Liebe aus.

Die Geschichte einer späten Leidenschaft

Basierend auf Turners Memoiren inszeniert Paul Mc Guigan die Geschichte einer späten Leidenschaft zwischen der über 50Jährigen und dem 26Jährigen. In langen Rückblenden entwirft er die intensive Beziehung mit Höhen und Tiefen, in der Turner zu ihrem einzigen Vertrauten wird – auch wenn sie sich lieber von ihm trennt als über ihre Krebserkrankung zu sprechen. Zuletzt kommt sie zu seiner chaotischen Familie nach Liverpool. Spannend die Ambivalenz zwischen dem Leben in Los Angeles und New York und dem Rückzug in das Arbeiterhäuschen im Norden Englands: Der strahlende Leinwandstar verwandelt sich in eine Frau im abgetragenen Nachthemd zwischen Blümchenkissen, die mit ein bisschen Schminke gegen den Tod kämpft.

Ein zärtlicher und brutaler Film über das Leben und Sterben ist dies. Beides liegt nahe beieinander. Und aktueller könnte dieses bewegende Drama nicht sein: Gloria Grahame beugte sich nicht dem Sexismus in Hollywood. Schon 1950 weigerte sie sich, unbegleitet mit Produktionschef Howard Hughes in einer Limousine mitzufahren. Die Quittung: Die Hauptrolle in George Cukors „Die ist nicht von gestern“ kriegte sie nicht.

Von Margret Köhler

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