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Kultur Publikum feiert „Moving on“ an der Oper
Nachrichten Kultur Publikum feiert „Moving on“ an der Oper
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15:52 08.04.2018
Von Ruth Bender
Ausgeklügelte Hebungen: Im ersten Teil des Abends zeigt sich das Ballett Kiel neoklassisch präzise. Quelle: Olaf Struck
Kiel

Sie wirbeln in Paaren über die Bühne, formieren sich zu Reihen und Clustern, sind vielköpfige Fantasiewesen und Alltagshelden: Wie befreit tanzt das Kieler Ballett durch die beiden, dabei höchst unterschiedlichen neuen Stücke von Yaroslav Ivanenko.

Leicht spooky geht es los, ein Mädchen ohne Gesicht in einer Box im Dunkel des Raums. Bald mit den Eltern zum unauflöslichen dynamischen Dreieck verbunden, die Familie als sich fortlaufend selbst antreibende Mechanik. 

Star des Abends: Jeremy Curnier

Eine neue Puppe bringt Bewegung ins Spiel, und einen dunklen Helden. Jeremy Curnier durchmisst mit weitem eckigen Schritt den Raum und wird mit seiner Präsenz und lasziv augenzwinkerndem Charme zum Star des Abends, den Komponist Antonin Comestaz mit elektronischen Minimal Sounds antreibt.
Direkt aus der Spannung des Tanzes entsteht auf der fast leeren Bühne ein suggestives Traumland, das einen enormen Sog entwickelt. Das dann aber so abrupt abbricht, dass man hofft, dass Ivanenko und Comestaz es irgendwann weiterspinnen werden.

Pure Tanzlust in "Moving On"

Was im ersten Teil so entrückt wirkt, ist nach der Pause pure Tanzlust. Ein Reigen von Liebe, Liebeskummer, Verführung und Alltag entfaltet sich hier in zehn Songs von Ray Charles bis Louis Armstrong. Da ist der verschmähte Lover (Curnier), den eine gewisse Nelke (Gulzira Zhantemir) lachend ausbremst. Ein selbstverliebter Frauenheld (Alexey Irmatov), der an einer Nixe (Sabina Fashki) hängenbleibt. Und ein Haufen bunt wirbelnder Pärchen, die sichtlich den Groove haben.

Ein rasantes Vergnügen, das Kostümbildner Alberto in swingende Buntheit fasst und das lässig den Grat zwischen Coolness und Leidenschaft ausbalanciert. Und eine lustige Kiel-Hommage hat darin auch ihren Platz.

Weitere Aufführungen und Karten

Opernhaus Kiel. 15., 27. April; 4., 17., 21. Mai; 2., 21. Juni. Kartentel. 0431/901901, www.theater-kiel.de

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