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Kultur Rettungssymphonie mit Gregor Bühl
Nachrichten Kultur Rettungssymphonie mit Gregor Bühl
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16:45 02.01.2018
Ausdrucksstark konzentriert, ohne viele Proben: Gregor Bühl mit Kieler Philharmonikern im voll besetzten Schloss. Quelle: Marco Ehrhardt

Souverän wirft Bühl mit seiner Interpretation der Symphonie d-Moll op. 125 seinen Hut in den Ring. Und das, obwohl er als Einspringer nach dem irritierend abrupten Rückzug des dänischen Italieners Giordano Bellincampi als Nachfolgekandidat für Generalmusikdirektor Georg Fritzsch noch weniger Probenzeit zur Verfügung hatte, als einigermaßen vertretbar.

GMD-Anwärter Bühl macht am Pult auch in Sachen Beethoven keinen Hehl daraus, dass er als Gastdirigent in Häusern wie der Dresdner Semperoper, der Deutschen Oper Berlin, in Köln, Stuttgart oder Stockholm für seine musiktheatralischen Instinkte geschätzt wird. Schon der Kopfsatz der Neunten baut sich primär dramatisch auf – von der auf Bruckner vorausweisenden Motiv-Hexenküche bis zur geballten Entladung gegen Ende. Der zweite Satz wird in kühner Rasanz zur rhythmisch exzessiven Gewitterszene mit donnernder Pauke und kein bisschen weniger aufgeregtem Trio-Kontrastteil.

Den ebenso herrlichen wie gefürchteten langsamen Satz lässt Bühl eher intensiv als innig entrückt, aber wirklich „cantabile“ fließen, belebt ihn dabei immer wieder geschickt. Und das Finale? Das entwickelt sich mit zwingender Stringenz zum euphorischen Rettungspathos à la Fidelio: Fieber, Freude, Freiheitsutopie. Bühl nutzt das Potenzial der solistischen und chorischen Protagonisten in der Schiller-Ode allemal effektvoll.

Der fünfte und letzte GMD-Kandidat, Benjamin Reiners (derzeit stellvertretender GMD am Nationaltheater Mannheim), dirigiert am 14. und 15. Januar im Kieler Schloss Werke von Haydn, Bartók und Schumann. Karten: 0431 / 901901. www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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