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Kultur Kleine kriminelle Reise durch Tiflis
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19:31 16.05.2018
Von Ruth Bender
Literarisches Doppel: Abo Iaschaghaschwili und Nils Aulike, der aus der deutschen Übersetzung las. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Es geht um Taschendiebe und betrügerische Pferdehändler, um Schwarzfahrer, Mörder und Trickspieler. An der illustren Verbrechensgalerie aber entrollt der Georgier Abo Iaschaghaschwili in seinem Roman, der in Georgien zum Bestseller wurde, das vielfältig flirrende Porträt seiner Stadt: Tiflis im 19. Jahrhundert. „Eine sehr farbige, multikulturelle Stadt“, sagt der Autor, der das im Hotel vergessene Buch erzählend locker wettmacht. Juden und Russen, Afghanen, Schwaben und Kurden, Georgier und Armenier treffen in dem Land an der Schnittstelle von Europa und Asien zusammen. Und das Zusammenwachsen, wie man es sich heute vorstelle, schmunzelt Iaschaghaschwili, habe Jahrtausende gedauert.

Ein Schriftsteller und Bergführer

Kein Wunder, dass im Roman neben dem französischen Detektiv Louis Albre auch ein Schah mit Vorliebe für k.u.k.-Uniformen und ein preußischer Beamter von der Goltz ihre Rollen spielen. Der Autor, dem als Bergführer die besten Ideen beim Wandern kommen, wechselt locker durch Stadtviertel und Stile, zündet in einer Pferdebahn ein Dialogfeuerwerk und taucht mit Scheherazade in die orientalische Erzähltradition.

Auch dass das Schreiben aus der Lektüre entsteht, kann man diesem Buch ablesen: Tschechow, Hugo, Dickens, Tolstoj, Kipling – Iaschaghaschwili hat sie alle aufgesogen und einfließen lassen. „Ich mag die Sprache des 19. Jahrhunderts“, sagt er, „für mich klingt sie viel melodischer als die heutige.“

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