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Kultur Gerd Dembowski: Der Präsident der deutschen Fußballfans
Nachrichten Kultur Gerd Dembowski: Der Präsident der deutschen Fußballfans
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18:07 15.05.2009
Kiel

“ Solche Sätze haut Gerd Dembowski raus, ohne mit der Wimper zu zucken. Und beweist pünktlich zum Bundesliga-Saisonfinale, warum eine der schönsten Nebensachen der Welt immer noch wichtig ist.

Bei der Lesung im Subrosa vereint der 36-jährige Soziologe zwei Stimmen in seiner Brust: Zum einen die des leidenschaftlichen St.-Pauli-Fans, der ausführlich die Entstehung seines ersten Tores in der Jugendmannschaft von Schwarz-Weiss Röllinghausen beschreibt; zum anderen die des akademischen Autors, der seine Doktorarbeit zum Thema Fußball und Diskriminierung schreibt und sich als Sprecher von BAFF (Bündnis Aktiver Fußballfans) engagierte.

Der Titel des aktuellen Buches

Fußball vs. Countrymusik ist im Grunde irreführend, da beide Bereiche nicht gegeneinander ausgespielt werden. In den Texten geht es vielmehr um die Möglichkeit von Freiheit und Widerstand, auf der Suche nach progressiven Ansätzen, die oft satirisch zu einem alternativen Diskurs verwebt werden.

Und was Dembowski alles erlebt hat: 2001 findet er sich inmitten des verschwenderischen Luxus eines FIFA-Kongresses in Buenos Aires wieder, um einen achtminütigen Vortrag über Rassismus im deutschen Fußball zu halten. Dort trifft er auf Funktionäre aus aller Welt und deren mitunter groteskes Verhalten auf Hotelzimmern, wird vom damaligen FIFA-Oberhaupt Joseph Blatter sogar zum „Präsidenten der deutschen Fußballfans“ erklärt. Oder das nächtliche, überaus witzige Fake-Interview mit Torwart-Titan Olli Kahn, das er und Fritz Tietz an den „Stern“ verkauften, bis nach neun Tagen die Antwort kam: „Wir zweifeln die Echtheit dieses Interviews an!“

Zur Untermalung streut Gerd Dembowski kurz angerissene Songs von Hank Williams oder Johnny Cash ein, unterstützt von einem Arsenal an Plastikspielzeug zum Krachmachen und emphatischem Gesang, teilweise geschrien wie in einem englischen Stadion. Am Ende noch ein harsches Pamphlet gegen „den singenden Stammtisch“ Gunter Gabriel und unfreiwillig komische Zitate von „Lodda“ Matthäus.

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