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Kultur Basedows wundersame Bilderwelt
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17:00 30.08.2018
Von Maren Kruse
Besucherin vor Basedows Gemälden "Wald", "Weizen" und "Rosenbaum", entstanden zwischen 1967 und 1969. Quelle: Marco Ehrhardt
Neumünster

Die Kieler Kunsthistorikerin Bärbel Manitz hat allein 52 Gemälde zusammengetragen und lässt in zahlreichen Vorzeichnungen und Studien auch die Entstehung der Gemälde anschaulich werden. Insgesamt wartet die Schau mit 90 Arbeiten auf. Der weitaus größte Teil der Gemälde stammt aus Privatbesitz. Basedows Gemälde auf Holz in altmeisterlicher Eitemperatechnik brauchten Zeit. „Ein Jahr, ein Bild“, war die Formel, und so kam es, dass seine Sammler die Fertigstellung geradezu herbei sehnten.

Großer Kreis von Privatsammlern

Eben jene Sammler und Liebhaber waren es auch, die lange schon auf eine Basedow-Ausstellung gewartet hatten. Zuletzt hatte die damals noch im Rantzaubau des Kieler Schlosses beheimatete Pommern-Stiftung 1984 eine größere Ausstellung gezeigt. Seither hatten sich Museen bedeckt gehalten, obwohl Schloss Gottorf und die Kieler Kunsthalle jeweils zwei Gemälde in ihren Sammlungen haben. Alle vier Gemälde sind nun in der Gerisch-Stiftung zu sehen.

Geschult an Neuer Sachlichkeit

In der Ausstellung lassen sich Entwicklungslinien verfolgen: Die geradlinigen Porträts, geschult an der Härte der Neuen Sachlichkeit, machen Basedows starken Einfluss auf die Jüngeren deutlich, etwa auf Maler der Gruppe Zebra. Allen voran Peter Nagel, den der Bildermaler, wie Manitz es formuliert, als seinen legitimen Nachfolger gelten ließ. Und was an dieser eindrucksvollen Ausstellung ebenso klar wird, ist eine Stilfreiheit, die sich nicht in Kategorien wie magischer Realismus oder naiver oder religiöser Malerei fassen lässt.

Motivwelt: Wald, Tiere, Blumen und Kinder

Basedow malt Tiere, den Wald, er malt Kinder und Blumen. Wählt seine Farben dezidiert, lässt sie leuchten. Die Bildwelten sind niemals realistisch, sondern versuchen ihre eigene Ordnung herzustellen, sind nicht selten symbolhaft und schon allein deshalb nicht immer so eindeutig, wie der Maler es postuliert. Perspektive und Schatten würden solcher Eindeutigkeit wohl nur im Wege stehen.

Immer nur das Schöne gemalt

Er habe immer nur das Schöne gemalt – aus Basedows Resümee klingt Aufrichtigkeit, aber eben auch die Tragik eines aus der Zeit gefallenen Einzelgängers.

Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Str. 69, Neumünster. Eröffnung So, 12 Uhr. Bis 22. Dez., Mi-So 11-18 Uhr. Katalog 28 Euro. Führungen sonntags 12 Uhr.

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