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Kultur Geteiltes Leid ist halbes Leid
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12:26 14.04.2018
Nur gemeinsam gelingt der Sprung in die Freiheit: In “A Way Out“ ist Kooperation Pflicht. Quelle: Hersteller
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Leipzig

Sich mit einer Freundin oder einem Freund vor den Fernseher setzen, die Konsole einschalten und auf einem zweigeteilten Bildschirm ein gemeinsames Abenteuer in der digitalen Welt erleben – das ist heute immer seltener möglich. Zwar bieten unzählige Spiele einen solchen Koop-Modus an, meist aber nur noch online-exklusiv.

Nicht nur mit-, sondern auch nebeneinander zu spielen, ist mittlerweile eine Rarität. Umso überraschender war die Ankündigung, dass das schwedische Studio Hazelight an “A Way Out“ arbeite, einem Spiel, das ausschließlich kooperativ bewältigt werden könne. Ein Novum in der digitalen Spielelandschaft.

Streng linear, filmisch inszeniert: “A Way Out“ hat ein interessantes Konzept und einige spielerische Höhepunkte, aber auch spürbare Schwächen. Quelle: Hazelight Studios

In der acht- bis zehnstündigen Story übernehmen die Spieler die Kontrolle über Vincent und Leo, die das Schicksal als Zellennachbarn im Gefängnis zusammengeführt hat. Nun gilt es, den titelgebenden Weg nach draußen zu finden – nicht nur aus dem Knast, sondern auch aus der Kriminalität.

Denn um wieder mit ihren Familien zusammenleben zu können, müssen sich Vincent und Leo des Gangsterbosses Harvey entledigen, der beide verraten und dadurch hinter Gitter gebracht hat.

Wer auf Entscheidungsfreiheit und clevere Rätsel gehofft hat, wird enttäuscht: “A Way Out“ präsentiert sich als filmisch inszeniertes, streng lineares Erlebnis. In den zahlreichen, sehr kurzen Kapiteln muss zumeist nur mit den richtigen Objekten in der richtigen Reihenfolge interagiert werden.

“A Way Out“ ist für rund 30 Euro für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Käufer erhalten Zugang zum “Freunde-Pass“, der einem Freund den kostenlosen Download des Spiels ermöglicht. Quelle: Handout

Wirkliche Rätsel bietet das Spiel ebenso wenig wie alternative Lösungswege. Lediglich an einem guten Dutzend Stellen muss sich das Duo für eine von zwei Optionen entscheiden, die aber kaum einen Unterschied machen. Für etwas Abwechslung sorgen belanglose Minispiele und simple, aber toll inszenierte Geschicklichkeitseinlagen wie eine Motorradfahrt.

Anspruch sucht man bei “A Way Out“ mit der Lupe, die Intensität des spielerisch vergleichbaren “Heavy Rain“ wird nicht mal ansatzweise erreicht. Die Story wandert auf ausgetretenen Pfaden. Zwar freuen sich Filmfans über Referenzen an Klassiker wie “Flucht von Alcatraz“, was aber nicht über die stereotypen Figuren und unspektakulären Dialoge hinwegtäuschen kann.

Immerhin bietet “A Way Out“ gegen Ende noch einige spielerische und inszenatorische Höhepunkte, so eine Flucht aus einem Krankenhaus. Die stark filmische Bildsprache lässt dabei sogar die nicht mehr zeitgemäße Optik verschmerzen.

Info: “A Way Out“, freigegeben ab 18 Jahren, ist für rund 30 Euro für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

Von Christian Neffe

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