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Kultur Günter Kunert und Piano meets Vibes erhielten Norddeutschen Kulturpreis
Nachrichten Kultur Günter Kunert und Piano meets Vibes erhielten Norddeutschen Kulturpreis
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20:23 14.05.2009
Kiel

Geburtstag gefeiert hatte, gestern zur Verleihung des mit 10000 Euro dotierten Norddeutschen Kulturpreises in der HSH Nordbank. Von Berlin, seiner Geburtsstadt, die ihm nach der Ausreise immer fremder geworden ist („Nach drei Tagen bin ich immer wieder froh, wenn ich nach Hause fahre“), plauderte Kunert, vom neuen Buch, das im Sommer erscheint und eine Reihe Schriftstellerporträts versammelt („Die meisten sind tot und können sich nicht mehr wehren“), von der Gewohnheit, fertige Bücher ins Regal zu stellen und nicht wieder anzusehen - und von der langjährigen Freundschaft mit Ralph Giordano, den er dafür bewundert, dass der „immer noch kreuz und quer im eigenen Auto durch die Landschaft fährt“. Entsprechend lebhaft und präzise fiel die Lobrede Giordanos aus, der im vielfach „strapazierten Zugehörigkeitsgefühl“, das Kunert von Nazi-Deutschland über die DDR bis in die Bundesrepublik geschah, gerade den Antrieb für dessen „wache Beobachtung der Welt“ ausmachte und dabei nur bedauerte, dass es für ihn selbst bei dem Freund nichts zu kritisieren gebe

Und ganz nebenbei präsentierte sich Kunert als engagierter Werbeträger für Schleswig-Holstein, das dem Schriftsteller nach seiner Ausreise aus der DDR 1979 zur zweiten Heimat geworden ist: „An diesem Datum vor 30 Jahren hat sich mein Leben verändert.“ Ein ehemaliges Pfarrhaus in Kaisborstel nahe Itzehoe, das ein Freund damals fand, ist ihm Domizil und Arbeitsstätte: „Dafür danke ich den Schleswig-Holsteinern“ Die Kunert übrigens kein bisschen stur findet - was sich vor allem beim Einkaufsplausch im Dorf zeige: „Da bin ich dann mit meinem Zettel unterwegs und unterhalte mich mit anderen älteren Männern mit ihren Zetteln.“

Soviel Identifikation mit Schleswig-Holstein dürfte Rolf Teucher, dem Vorsitzenden des Landeskulturverbands gefallen haben, vergibt doch der Verband den Preis seit 1985 eben an jene Künstler, die für dieses Land stehen und es auch über die Grenzen hinaus bekannt machen. Dem konnten sich Nils Rohwer und Jens Schliecker direkt anschließen, als das Kieler Musiker-Duo, besser bekannt unter dem Namen Piano meets Vibes, den mit 3000 Euro dotierten Förderpreis entgegennahm. „Wir fühlen uns wohl hier“, so Rohwer, „und auf Konzertreisen bekommen wir genau die Dosis Großstadt, die wir vertragen können.“

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