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Kultur Hagen Rether und das immer gleiche Spiel
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07:24 27.10.2018
Von Jörg Meyer
Hagen Rether ist mit seinem Programm Liebe Nr. 7 im Kieler Schloss aufgetreten. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Wohlgemerkt: „Immer das gleiche Spiel“ ist nicht immer das selbe. Vielmehr wird die Welt immer wirrer und wirft dabei stets neues Material ab für Rethers Kabarettformat. Warum es so ist, wie es ist, fragt sich Rether und uns. „Mir geht es nicht um einzelne Fakten oder Personen, sondern um das sich wiederholende Muster“, erläutert er das Prinzip seines scharfsinnigen Blicks auf die gegenwärtigen Verhältnisse. Eines dieser Muster sei folgender „Dreisprung“: „Erst wird abwertend gedacht, dann abwertend gesprochen („Man wird doch nochmal sagen dürfen ...“), und dann, wenn ausreichend Hornhaut auf der Seele gewachsen ist, folgt die Tat – und keinen juckt’s mehr.“

Ihn juckt’s immer wieder wider den Stachel der Rechten und „besorgten Bürger“, wenn 500 Millionen Europäer „die Hosen voll“ vor gerade mal einer Million Flüchtlingen haben. „Das schaffen wir doch locker“, zitiert er Kanzlerin Merkel. Wenn wir hier schon einknickten, was würde dann erst aus den 15 Millionen Holländern, die nach der Klimakatastrophe zu uns kämen – oder den 200.000 Kielern ...?

Kabarettspiel mit Meinungen und Worten

Bei so wenig Mut statt Selbstvertrauen für das Projekt Zivilisation dürfe man sich nicht wundern, „dass wir Grenzen schützen und Banken retten statt Menschen“. Wieder so ein Satz, der mitten in Herz und Verstand trifft – und vielleicht doch nochmal aufrüttelt. Darin sieht Rether die wichtigste Funktion seines immer wieder gleichen dialektischen Kabarettspiels mit Meinungen und Worten.

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