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Kultur Schandmaul erzählte Geschichten
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00:35 29.10.2014
Von Thorben Bull
Man sieht gerne über Sänger Thomas Lindners Stichelei hinweg, die Ostsee sei eher ein Teich. Quelle: Schaller

Auf puren Mittelalterrock lassen sich Schandmaul jedoch schon längst nicht mehr reduzieren. Vor allem mit ihren vertonten Seefahrergeschichten Auf hoher See und Mit der Flut treffen sie beim Kieler Publikum natürlich voll ins Schwarze. Da sieht man auch gerne über Sänger Thomas Lindners Stichelei hinweg, die Ostsee sei eher ein Teich, denn in den Liedern verschmelzen Band und Fans sofort miteinander.

 Die breite Instrumentierung macht dabei den größten Teil der Stimmung der Songs aus. Neben dem klassischen Bandgefüge bedient Anna Katharina Kränzlein virtuos Drehleier und Violine, Birgit Muggenthaler am Dudelsack und Flöten. Daraus entstehen Anflüge von Shanty und traditionellem Irish-Folk. Gerne reibt sich die Band in Solis und Interludes auf, um dann wieder in den griffigen Refrains zu münden, zu denen die Halle400 beherzt klatscht, tanzt und singt.

 Weitere Songs werden aus der Kiste der Bandgeschichte gefischtt, Lindner greift bei Der Hofnarr selbst zur Gitarre, jagt sich mit seiner Violinistin die Instrumente spielend im Kreis und fordert zum Genießen und Augenschließen auf. Schandmaul liegen viel daran den Abend zu etwas Besonderem werden zu lassen. Das zeigt sich auch beim traurig melancholischen Dunkle Stunde. Ein unter seichte Akkorde gesetztes Gedicht. Die Hände schwenken im Takt, Stille macht sich breit.

 Dann geht es wieder zurück in rockige Folk-Gefilde. Mittsommer lädt erneut zum Tanzen ein, Pakt ebenso, bevor das Anti-Nazis-Statement und lebenbejahende Bunt und ´nicht braun abermals beim Publikum genau den Nerv trifft. Schandmaul bieten ein vielseitiges Repertoire an. Von den alten Geschichten in den Liedern bis zum weit ausholenden und facettenreichen Sound. Es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern bleibt stets spannend, welche Geschichte im nächsten Lied erzählt werden wird.

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