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Hamburg: Jubel um schaurig schöne Revue "Der Ghetto-Swinger"

Theater Hamburg: Jubel um schaurig schöne Revue "Der Ghetto-Swinger"

Rechts ein großer Davidstern, frontal ein Brettergestell mit schwarzem Vorhang, das mal an eine Show-Bühne, mal an einen Viehwaggon, mal an eine Rampe erinnert.

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«Der Ghetto-Swinger» hat Schumann zu Tränen gerührt.

Quelle: Florian Frank/Archiv

Hamburg. Links die amerikanische Jazz-Diva Helen Schneider, die mit rauchzarter Stimme und Songs von einst von einem Berliner Swing-Kid erzählt, das 1944 in Auschwitz "La Paloma" spielen muss, während Frauen und Kinder ins Gas gehen.

Sehr reduziert, mit siebenköpfigem Ensemble in knappen Szenen, dabei ungeheuer stimmungsintensiv hat Regisseur Gil Mehmert am Sonntagabend in den Hamburger Kammerspielen die schaurig schöne Revue "Der Ghetto-Swinger - Aus dem Leben des Jazzmusikers Coco Schumann" uraufgeführt. Bewegt von der gut zweistündigen Inszenierung des Stücks von Kai Ivo Baulitz jubelte am Ende das Publikum im voll besetzten Haus, applaudierte im Stehen.

Gefeiert wurde auch der 88-jährige Schumann, der aus der Hauptstadt angereist war und in der zweiten Reihe saß. "Ich dachte, ich stehe auf der Bühne", sagte der Künstler, der mit seinem Quartett bis heute Konzerte gibt, mit Tränen in den Augen. "Aber ich sitze hier und habe überlebt." Schumanns Autobiografie "Der Ghetto-Swinger" von 1997 ist Grundlage der Aufführung.

Den Hauptpart darin spielt eigentlich nicht der Schumann ähnelnde Konstantin Moreth, der Gitarre und Schlagzeug leidenschaftlich gebraucht, sondern Musik wie "Creole Love Call" und "I Got Rhythm". Die anderen fünf männlichen Darsteller agieren in wechselnden Rollen und als Band. Wie selbstverständlich bringen sie so elektrisierende Faszination und lebensrettende Kraft des verfemten Swing in Zeiten des Gleichschritts, aber auch Trauer und Not, Hoffnung und Liebe unter die Haut gehend zum Klingen. Die Produktion ist 2013 zu den Bad Hersfelder Festspielen eingeladen.

dpa

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